Heinz Klaus Strick: Knobeln

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Knobeln für das Friedensdorf

Als meine Frau und ich vor ca. 26 Jahren im Fernsehen einen Bericht über eine Aktion des Friedensdorfes gesehen haben, war für uns klar:

Das Friedensdorf ist das Projekt, das wir in Zukunft unterstützen möchten.

Hier wird Kindern insbesondere aus Kriegsgebieten geholfen, ohne dass sie von ihrer Familie und Kultur entfremdet werden. Schnell waren wir davon überzeugt, dass hier keine großen Beträge für den Verwaltungsaufwand verschwendet werden. Die Idee, die Kinder in unseren reich ausgestatteten Krankenhäusern kostenlos behandeln zu lassen, sodass danach im Wesentlichen nur noch die Reha-Maßnahmen zu finanzieren sind, war überzeugend.

Die Schülervertretung des Landrat-Lucas-Gymnasiums, meiner Schule, und die Vertrauenslehrer der Schüler/innen, die Eltern und das Lehrerkollegium ließen sich schnell für die Arbeit des Friedensdorfes begeistern, und so nahmen nach und nach die Aktivitäten zu: Kleidersammlungen, Einnahmen beim Weihnachtsbasar, Teilnahme an Paketaktionen. Verantwortliche Personen in den beiden Krankenhäusern in Opladen und Leverkusen-Schlebusch waren leicht zu überzeugen, Kinder aufzunehmen, und immer wieder fanden sich Eltern, Kinder während ihres Krankenhausaufenthalts zu besuchen. Da war es von Vorteil, dass die Eltern der Schüler/innen der Schule aus aller Welt kamen.

Der Durchbruch hinsichtlich der finanziellen Unterstützung kam 1996: Nachdem der SV-Lehrer John Ecker und ich an unserer amerikanischen Partnerschule an einem Sponsored Walk teilgenommen hatten, war die Idee geboren! Im Rhythmus von zwei Jahren wandern die Schüler/innen der Schule für das Friedensdorf und lassen sich dafür von Eltern und anderen Sponsoren "bezahlen". In diesem Jahr fand schon die elfte Wanderung dieser Art statt, und ich freue mich, dass ich selbst zehn Mal mitwandern konnte – in diesem Jahr mit 350 € gesponsert.

Als mich das Friedensdorf bei meiner Pensionierung zum Botschafter ernannte, wusste ich zunächst nicht, was ich tun könnte.  Aber dann kam die Idee mit den Mathematikkalendern: Die gesamten Einnahmen aus den Kalendern (abzüglich der Druckkosten) überweise ich an das Friedensdorf. Bei den zahlreichen Fortbildungsveranstaltungen, die ich in den vergangenen Jahren bestritt, konnte ich über die Arbeit des Friedensdorfes informieren und viele Kalender verkaufen. Meine Homepage (www.mathematik-ist-schoen.de / Mathematik für das Friedensdorf) trug auch nicht unwesentlich zum Umsatz bei. 

Heinz Klaus Strick

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