Interview: Dr. Ludwig Winter

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Im Interview: Dr. Ludwig Winter

Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie,
ehemals niedergelassener Arzt

 

Herr Dr. Winter, Sie haben über Ihre Frau vom Friedensdorf erfahren und sind seit 2008 selbst ehrenamtlich dabei. Was genau machen Sie im Friedensdorf?

Ich habe bereits vor 2008 hin und wieder samstags im Verbandsraum des Rehazentrums ausgeholfen. Seit ich 2008 in Rente gegangen bin, bin ich einmal wöchentlich da. Die Arbeit im Rehazentrum ist nicht immer schön, weil man die Kinder z.B. mit Verbandswechseln „ärgern“ muss und dann fließen auch schonmal ein paar Tränen.

Was spornt Sie denn an, trotzdem weiterzumachen?

Die Kinder selbst! Ich erlebe sie als unglaublich tapfer. Kaum sind die Tränen getrocknet, schauen sie einem in die Augen und lächeln oder trösten sich auch gegenseitig. Das ist sehr beeindruckend zu sehen und es gibt einem wahnsinnig viel zurück. Ich weiß dann, warum ich die Arbeit mache. Ein früherer Kollege sagte mal zu mir: „Nicht du hilfst den Kindern, die Kinder helfen dir!“ Da ist etwas Wahres dran.

Die Arbeit im Friedensdorf ist also für Sie etwas Besonderes?

Ja, auf jeden Fall. Trotz der Schwere der Erkrankungen und Verletzungen erlebe ich die Mädchen und Jungen hier als sehr unkompliziert und neugierig. Gleichzeitig sind auch die Diagnosen an sich etwas Besonderes, wenn auch im negativen Sinne. Das meiste davon sieht man in Deutschland gar nicht oder zumindest nicht in diesem Ausmaß.

Es ist schade, dass ich kein Operateur mehr bin, sonst könnte ich noch mehr helfen.

Lesen Sie hier unseren Schwerpunkt-Beitrag zum Rehabilitationszentrum im Friedensdorf Oberhausen.

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