75. Hilfseinsatz von Friedensdorf International

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Afghanische Kinder hoffen auf Heilung

Folgende Zeilen erreichten das Friedensdorf in Dinslaken/Oberhausen aus der afghanischen Hauptstadt Kabul, wo ein kleines Team mit den afghanischen Partnern eine große Gruppe verletzter und kranker Kinder auf den Flug nach Deutschland zur notwendigen medizinischen Behandlung vorbereitet hatte.

„Hallo aus Kabul,

morgen geht für eine weitere Kindergruppe aus Afghanistan, Zentralasien und dem Kaukasus auf eine Reise ins noch unbekannte Deutschland, wo sie in Krankenhäusern behandelt werden. Wir haben heute nochmals alle afghanischen Kinder für die letzten Vorbereitungen und Verbandswechsel gesehen. Die Kinder sind unglaublich tapfer. Wir hoffen, morgen im Charterflugzeug auf genauso tapfere Kinder aus Usbekistan, Tadschikistan, Kirgistan und Armenien zu treffen und gemeinsam gut in Deutschland anzukommen, wo viele helfende Hände am Flughafen Düsseldorf, in den bundesweiten Kliniken und der Heimeinrichtung in Oberhausen schon auf die neuen Schützlinge warten.

Viele Grüße vom Einsatzteam“

Am frühen Abend des 15. Februar landete das von der ukrainischen „Yanair“ gecharterte Flugzeug in Düsseldorf. An Bord befanden sich fast 100 Kinder aus fünf Krisenregionen dieser Welt, die nun endlich eine medizinische Versorgung in Deutschland erhalten. Im Jahr des 50-jährigen Bestehens des Friedensdorfes ist es das 75. Mal, dass Friedensdorf International Kindern aus Afghanistan und den anderen Ländern hilft. Besser gesagt helfen muss.

 

Ein Ortswechsel. Parallel zu diesem Hilfseinsatz, bei dem am Samstag Kinder des Friedensdorfes gesund in die Heimat, das Krisengebiet ist, fliegen und sich darauf freuen, findet am Wochenende die 53. Münchner Sicherheitskonferenz in der bayerischen Hauptstadt statt. Entstanden ist diese Konferenz im Jahr 1968 in Zeiten des „Kalten Krieges“ aus der „Wehrkundetagung“. Es treffen sich hochkarätige Entscheidungsträger aus der westlichen Welt, um sich über sicherheitspolitische Strategien auf unserer Erdkugel auszutauschen. 500 Teilnehmer, darunter 30 Staats- und Regierungschef und 80 Außen- und Verteidigungsminister, geschützt von 4000 Polizisten, werden in München erwartet. Konferenz-Chef Wolfgang Ischinger spricht angesichts der weltpolitischen Lage von der spannendsten und kritischsten Konferenz seit vielen Jahren.                                 

Es drängen sich Friedensdorf spezifische Fragen auf. Seit vielen Jahren befinden sich Länder wie Afghanistan in einem „kritischen Zustand“. Haben die Sicherheitskonferenzen dazu beigetragen, dass sich die Welt oder das Land am Hindukusch zum Guten für die Menschen verändert?

Das Friedensdorf kann nach drei Jahrzehnten trotz der Anwesenheit internationaler Truppen im Land leider nicht feststellen, dass es den Menschen in Afghanistan besser geht, sie sich sicherer fühlen und sich ihre Lebensbedingungen entscheidend verbessert haben. Die Kinder, die am 15 Februar mit schweren Knochenentzündungen auf dem Flughafen Düsseldorf eingetroffen sind, müssen die Trennung von ihren Familien in Kauf nehmen, um medizinisch behandelt zu werden, denn nach wie vor kann ihnen in ihrer Heimat nicht ausreichend geholfen werden.

Wie würde eine Sicherheitskonferenz der Friedensdorfkinder aussehen? Es wäre eine kurze Veranstaltung, die Beschlüsse eindeutig. Es ginge um ausreichende Nahrung, ausreichende medizinische Versorgung und die Möglichkeit, zur Schule gehen zu können. Die Kinder wünschen sich Frieden, ein Leben und Spielen ohne Angst, aber mit Zukunftsperspektiven.

Erneuter Ortswechsel. Friedensdorf Mitarbeiter Mareike Jansen aus Oberhausen und der Essener Kevin Dahlbruch berichteten in Dinslaken von ihrer Arbeit in Kabul. Kinder aus dem gesamten Land wurden ausgewählt, ihre Diagnosen beweisen eine katastrophale Versorgungslage in Afghanistan, der Bedarf an Hilfe ist riesig. Die Eltern und Familienangehörigen betroffener Kinder nehmen unendliche Mühen auf sich, gepaart mit großer Geduld und Tapferkeit, damit ihren Kindern geholfen wird. Die bürokratischen Anforderungen sind gestiegen, Jansen und Dahlbruch berichteten aber von einer guten Zusammenarbeit mit der Visastelle der Deutschen Botschaft in Kabul.

Fotos: Uli Preuss

6 Antworten

  1. Renate Stasch
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    Es berührt mich sehr, das zu lesen. Ich ziehe meinen Hut vor allen Menschen, die diesen Kindern helfen. Es ist mehr als eine grosse Aufgabe

  2. Mohammad osman atal
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    Hi my name is osman iam also an orthopaedic surgeon from kabul afghanistan thanks alot for your humanitairain aid to afghan chkldren.

  3. Sarah Cerne
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    Ich bin heute in Oberhausen beim Jugendtag der NAK auf das Friedensdorf aufmerksam geworden. Ich finde es bewundernswert das es Menschen gibt die alles tun um einen Beitrag für diese Kinder zu leisten, Ihre Bedürfnisse hinten anstellen. Ich selbst bin in der Flüchtlingshilfe tätig und wünschte man könnte mehr für den Frieden auf dieser Welt beitragen, wenn mehr Menschen umdenken würden. Es ist dennoch sehr schön zu wissen, daß es das Friedensdorf gibt um diesen Kindern zu helfen.

  4. Annegret Braun
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    Die Hilfe der Friedensdorfmitarbeiter verfolge ich schon seit Jahren durch Veröffentlichungen in der Presse. Vor Jahren hatte unser Sachgebiet dem Friedensdorf eine Spenden zukommen lassen. Ich würde heute gerne wieder spenden, aber durch Überweisung von meinem Konto. Dazu benötigte ich aber eine entsprechende Kto-Nr. Bitte teilen Sie mir diese mit.

    • Team Friedensdorf International

      Liebe Braun,
      herzlichen Dank für Ihre Anfrage. Wir freuen uns sehr, dass Sie sich für unsere Hilfsorganisation bereits so lange interessieren. Unsere Bankverbindungen lauten:

      Stadtsparkasse Oberhausen
      IBAN: DE59 3655 0000 0000 1024 00
      SWIFT-BIC: WELADED1OBH

      Niederrheinische Sparkasse RheinLippe
      IBAN: DE91 3565 0000 0000 1111 53
      SWIFT-BIC: WELADED1WES

      Schon jetzt ein herzlichen Dankeschön für Ihre Unterstützung.

      Mit freundlichen Grüßen

      Ihr Friedensdorf-Team

  5. Annegret Braun
    | Antworten

    Der Dienst am Menschen und anderen Lebewesen müsste m.E. die höchste Wertigkeit erhalten und entsprechend entlohnt werden. Dazu müsste das Bewusstsein der Menschen von klein auf geschult werden, um rechtzeitig für eine Schieflage der Werte Richtung Materialismus gegensteuern zu können.

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