Jahrestag der UN-Kinderrechtskonvention

"Eigentlich dürfte es das Friedensdorf nicht geben!"

Oberhausen/Dinslaken. „Die Kinder im Friedensdorf zeigen uns, wie wichtig ein konsequenter Einsatz zur Erfüllung eines Auftrages ist, den sich die Regierungen dieser Welt auf die Fahne geschrieben haben.“ Ein Zitat aus dem Friedensdorf zum Tag der deutschen Ratifizierung der UN-Kinderrechtskonvention am 5. April vor 25 Jahren. Das Recht auf Gesundheit und körperliche Unversehrtheit ist in der Konvention als eines der wichtigsten Grundrechte für alle Kinder dieser Welt fixiert und die Unterzeichnerstaaten garantieren die Umsetzung.

Die Realität sieht völlig anders aus. Nach wie vor werden die Grundrechte der Kinder weltweit mit Füßen getreten und die UN Konvention missachtet.

Der Beweis: die bloße Existenz eines Friedensdorfes, das permanent bis zu 300 Kinder aus Kriegs- und Krisengebieten versorgen muss!

Die aktuelle Situation: gut 60 Tage nach der Ankunft von 90 kranken und verletzten Kindern aus fünf Krisengebieten beim 75. Afghanistan-Hilfseinsatz des Friedensdorfes sind die meisten Kinder bundesweit in Kliniken behandelt. Nach der akuten medizinischen Versorgung befinden sich bereits einige wieder im Friedensdorf. Die Kliniken stellen im Idealfall kostenfreie Behandlungen zur Verfügung. Die abschließende Rehabilitation erfolgt im Friedensdorf selbst.

Es geht dabei ausschließlich um Kinder, für die in ihrer Heimat keine gesundheitliche Behandlung möglich ist. Durchschnittlich bleiben sie sechs Monate in Deutschland und kehren dann zu ihren Familien in die Heimatländer, von Angola bis Kirgistan oder nach Afghanistan zurück. Finanziert wird das Friedensdorf ausschließlich mit Spendenmitteln.

Wichtig über die Einzelfallhilfe in Deutschland hinaus sind auch Vor-Ort-Projekte in Partner-Ländern des Friedensdorfes. Dabei geht es um den Aufbau von Gesundheitsstationen zur Grundversorgung vor Ort. Im 50. Jahr des Bestehens blickt man im Friedensdorf zurück auf Vietnam, dem ersten Land, in dem das Friedensdorf Projekte realisieren konnte. Dort existieren heute elf selbstständig gewordene Friedensdorf Großeinrichtungen, die eine medizinische Hilfe für Kinder in der Heimat bieten.

Außerdem hatte das Modell von Basisgesundheitsstationen in Vietnam Erfolg. Auf der Grundlage der Erfahrungen von heute einhundert solcher Stationen im gesamten Land weitet das Friedensdorf sein Engagement für Gesundheit vor Ort auch auf Kambodscha aus. Hier entstehen seit 2002 ähnliche Stationen zur Basisversorgung für Erwachsene und Kinder. Seit 2005 sorgt zudem eine vom Friedensdorf geförderte Tuberkulose-Klinik in Kambodscha dafür, dass gute Medizin für Kinder und Erwachsene in ihren Heimatländern verfügbar ist.

Und das ist gemeint in der UN Konvention für die Rechte der Kinder von 1992!

 

Foto: Uli Preuss

Deine Gedanken zu diesem Thema