Neues vom Team aus Angola

Alltag in den Provinzen geprägt von Armut und Improvisation:

Luanda, 15.05.2017

Hallo Deutschland,

bei den vielen Begegnungen während des Einsatzes hier erhalten wir natürlich auch Eindrücke vom angolanischen Leben. Die Veränderungen binnen von jeweils sechs Monaten fallen uns seit Jahren ins Auge. Mal wurde es besser und dann wieder schlechter. Auch in den besten Stadtteilen der Hauptstadt Luanda kann man die immer härter werdenden Lebensumstände nach dem Wirtschaftsabschwung erahnen: Menschen leben im Dreck auf der Straße, suchen im Müll nach Verwertbaren oder trinken dreckiges Wasser aus dem Hotelbrunnen. Die kaputte, dreckige Kleidung, welche die abgemagerten Menschen tragen, lassen weitere Hintergründe erahnen.

Dabei gibt es extrem große Unterschiede zwischen den Städten und den Lebensbedingungen auf dem Land. Fließendes Wasser gibt es auf dem Land fast gar nicht, regelmäßiger Strom ist seltener Luxus, Schulen sind nur in wenigen Zentren zu finden genauso wie medizinische Einrichtungen, in denen es dann noch meistens an Fachpersonal und Material mangelt.15 km sind bei den schlechten Straßenverhältnissen fast eine Weltreise.

Die Menschen in den Provinzen leben meistens in Lehm- oder Wellblechhütten, besorgen Wasser aus öffentlichen Brunnen und pflanzen ihre Nahrung selber an. Diesen Herausforderungen kann man wohl leichter in einer größeren Gemeinschaft begegnen. Am Rio Kwanza sah man viele Frauengruppen, die gemeinsam die Wäsche der Großfamilien wuschen. Familien in farbenfroher traditioneller Sonntagstracht liefen kilometerweit die Sandpisten entlang, um die nächste Kirche zu besuchen. Und als Gast wird man auf dem Land überall lachend und winkend begrüßt.

Eines wurde offensichtlich: weder die Lebensfreude noch das solidarische Miteinander haben die Menschen in den Provinzen verloren – mit diesen Stärken trotzen sie seit Jahren und Jahrzehnten den schwierigen Lebensumständen und werden es auch in Zukunft tun (müssen)!

Herzliche Grüße

Euer Einsatzteam

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