Maskottchen “Frieda” als Puzzle

Sternmarsch zum 50. Bestehen!

Ziel eines Sternmarschs per pedes sowie mit Bus und Bahn war für 120 Schüler aus vier deutschen Städten und Friedensdorf-Kinder aus Kriegs- und Krisengebieten am 6. Juli der Oberhausener Friedensplatz. Die Schüler und die Kinder legten am Tag des 50-jährigen Bestehens von "Friedensdorf International" ein großes Puzzle mit dem Dorf-Maskottchen "Frieda" und den Flaggen der Partnerländer des Friedensdorfes auf dem Platz zusammen.

Einem Puzzle ­­ - so Friedensdorf- Leiter Thomas Jacobs - gleiche auch die Geschichte des Friedensdorfes seit 1967. "Wir haben, Eckpfeiler´ und Überzeugungen unserer Initiative als Rahmen im Lauf der Jahre mit Geduld und Arbeit ausgefüllt." So entstanden erst das Dorf für die Kinder und dann medizinische und soziale Projekte in deren Heimatländern und anderswo. Später folgte die wichtige Bildungsarbeit für den Frieden durch das Friedensdorf Bildungswerk.

Jacobs erinnerte in seiner Rede auf dem Friedensplatz an den Schmachtendorfer Pfarrer Fritz Berghaus und Oberbürgermeisterin Luise Albertz, die 1967 die Weichen für das Friedensdorf gestellt hatten. 2017 und aktuell am Gedenktag der Dorf-Gründung leben 190 Kinder in der Einrichtung, weitere werden in Krankenhäusern bundesweit behandelt. "Es war von Beginn an unser Ziel, den Kindern zu helfen, die in ihrem Heimatland keine angemessene Unterstützung erfahren konnten", unterstrich Jacobs. Ganz wichtig sei bis heute aber auch die medizinische und soziale Arbeit in aller Welt.

"In Deutschland müssen wir zudem in den Köpfen der Menschen viel verändern." In diesem Sinn hat die Begegnungsstätte des Friedensdorfes seit 1991 über 30.000 Menschen erreicht. Allein 2016 gab es im Dorf über 100 ein- und mehrtägige Seminare, viele Schulen kamen so mit dem Friedensdorf und seiner Arbeit intensiv in Kontakt.

Das brachten auf dem Friedensplatz auch die Schüler/innen in fünf Friedensbitten und in persönlichen Gesprächen zum Ausdruck. "Frieden heißt Toleranz und Menschlichkeit." "Für Frieden leben heißt füreinander einstehen." Und: "Wir alle müssen unabhängig von Nation oder Glaubensbekenntnis die Anderen so annehmen, wie sie sind." Im persönlichen Gespräch berichtete Nanthima Khangnin, angehende Farb- und Raumgestalterin vom Hans-Sachs-Berufskolleg, warum sie mit zum Friedensplatz gezogen ist. Die heute 19-jährige gebürtige Thailänderin: "Ich habe im Frühjahr ein Spielzimmer im Friedensdorf mit Kollegen gestrichen und hier auch die Kinder kennengelernt. So bin ich heute gern dabei." Für die 17-jährige Coco Edelbi vom Landrat-Lucas-Gymnasium Leverkusen gehören Sponsoren-Walks für das Friedensdorf schon länger zum Schulalltag. "Die 18-Kilometer-Läufe sind immer spannend und gut. Heute will ich mehr vom Leben im Oberhausener Friedensdorf erfahren."

Für die Stadt Oberhausen hatte Elke Münich, Dezernentin für Familie, Bildung und Soziales zuvor gedankt, dass Ehren- und Hauptamtliche, Spender wie Sponsoren "jeden Tag für eine Zukunft der Kinder aktiv sind". So sei das "Dorf" für zahlreiche Jugendliche aus aller Welt zum Synonym für Frieden und Zukunft geworden. Münich zu den Schülern und den Aktiven im blauen Friedensdorf-Shirt: "Alle bei Ihnen im Friedensdorf geben Kindern in auswegloser Situation wieder Kraft und Ruhe." In der Folge legten auch die Friedensdorf-Kinder gemeinsam mit den Schülergruppen ihr eigenes Teil zum "Frieda-Puzzle" zusammen. Für den musikalischen Rahmen des Tages hatte Gerd Schäfer von der Oberhausener Friedensinitiative mit Anti-Kriegs- und Friedensliedern gesorgt.

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