„Für Ärmere wird alles kaum besser“

Friedensdorf  zum Ausgang der Wahlen in dem südwestafrikanischen Land  

Zugunsten armer Menschen in Angola wird sich voraussichtlich auch nach der Wahl vom 23. August nicht viel ändern. So schätzt Friedensdorf International die aktuelle Situation in dem ölreichen Land ein, das stark von Korruption und großer Armut gekennzeichnet ist. Zwar beende die Wahl, bei der der langjährige und schwerkranke Präsident dos Santos nicht mehr kandidierte, eine seit 1979 unter seiner Führung begonnene Ära. Aufgrund des erneuten Sieges seiner Partei (MPLA) sowie  von engen Verflechtungen der Familie des langjährigen Präsidenten mit der Wirtschaft werde sich aber politisch und gesellschaftlich wohl kaum viel bewegen. Das endgültige Wahlergebnis wird zwar erst in spätestens zwei Wochen erwartet,  aber nach heute veröffentlichten vorläufigen Zahlen liegt die MPLA mit 65% vorn. Neben Journalisten, die in Afrika den Wahlkampf verfolgten, hatten Friedensdorf-Helfer schon nach ihrem Mai-Hilfsflug auf eine dramatische und sich verschlimmernde Situation für die ärmeren Menschen hingewiesen. Friedensdorf startet auch deshalb zweimal jährlich Angola-Hilfsflüge, der nächste Flug ist für November geplant. Dabei werden seit 1994 verletzte und kranke Kinder für begrenzte Zeit zur medizinischen Behandlung nach Deutschland geholt, weil sie anders und in ihrer Heimat nicht operiert und geheilt werden können. Die Regierung investiert zu wenig in das Gesundheitssystem.

Wirtschaftlich leidet das an sich bodenschatzreiche Land aktuell stark unter dem Verfall des Ölpreises. Und 40 Prozent der Menschen leben trotz eines zuvor relativ großen Wirtschaftswachstums, welches aber nur der Oberschicht zu Gute  kommt,  unter der Armutsgrenze. Dass die Korruption, die den Alltag prägt, besonders die ärmsten Menschen schädigt, ist da einleuchtend und bleibt zugleich ein Problem.

Das Mai-Einsatzteam berichtete zudem davon, Kinder aus schlechter versorgten Provinzen hätten oft Schwierigkeiten, mit vorschriftsmäßigen Pässen in die Hauptstadt zur medizinischen Vorstellung bei den Partnern und Friedensdorf-Helfern zu kommen. „Gerade aus den Provinzen Benguela und vor allem Bie und Huambo, wo die Kinder es erfahrungsgemäß am nötigsten hatten, kamen nur sehr wenige“, heißt es.

Fazit: Aufgrund der angespannten Lage der Ärmsten und der kranken Kinder im Land bleibt festzustellen, dass es weiter eine Kluft zwischen dem gibt, was nötig wäre und den Möglichkeiten der Hilfe. Das bedeutet: Auch vor dem 62. Friedensdorf Angola-Einsatz im November bleibt Engagement gefragt. Deutlich hatten die Helfer ihre Eindrücke bereits in einer der ersten Mails aus Angola formuliert: „Wir könnten 100 Flugzeuge mit eindeutig bedürftigen Kindern füllen“.  Sie und das Friedensdorf International sind entschlossen: Unterstützt von deutschen Krankenhäusern, ihren Mitgliedern  und Förderern wird die Hilfsorganisation die Kinder in Angola auch in Zukunft nicht allein lassen.

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