Antikriegstag in Duisburg

with Keine Kommentare

DGB hatte Oberhausener Kinderhilfsorganisation zu Gast

„Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren…“ Musikalisch und mit Worten des ersten Artikels der UN-Charta untermauerte der StattChor Duisburg Botschaften des DGB und  des Friedensdorfes im Einsatz für die Menschenwürde und gegen den Krieg. Zum Antikriegstag 78 Jahre nach dem Beginn des zweiten Weltkrieges legten Friedensdorf-Mitarbeiterinnen mit Angelika Wagner, Chefin der DGB-Region Niederrhein, vor rund 80  Gästen aus Stadt, Bürgerschaft, Kirchen und friedenspolitisch Aktiven Kränze am Mahnmal am Rathaus nieder. Sie erinnerten so an Opfer des Krieges und Menschen, die bis heute verfolgt, in ihrer Würde missachtet oder  durch  Gewalt verletzt sind. Bürgermeister Manfred Osenger (Duisburg) hatte Rebecca Wenzel und Franziska Nolte vom Friedensdorf-Bildungswerk begrüßt.

Beide waren 50  Jahre nach der Friedensdorf-Gründung ausgewählt worden, um die Friedensdorf-Arbeit für das Recht von Kindern auf Gesundheit und Unversehrtheit sowie für den Frieden zu berichten. Die Gedenk- und Mahnfeier findet seit 1957 auf Initiative des DGB statt.

„Opfer von Machtdenken, Rassismus, religiösem Fanatismus und Faschismus“, erklärte Wagner für die DGB-Region Niederrhein, „sind immer wieder Zivilisten und leider sehr viele Kinder.“ Auch heute müssten sie vor der drohenden Vernichtung ihres Lebens fliehen. „Dabei verpflichtet uns unsere Geschichte dazu, gegen Krieg sowie gegen Waffen und Waffenhandel für Frieden und Demokratie einzustehen.“

Wie sich das Friedensdorf  dieser Aufgabe stellt, erläuterte Rebecca Wenzel den Gästen anhand von drei Säulen der Arbeit der Kinderhilfsorganisation. Neben den regelmäßig stattfindenden  Hilfsflügen, um verletzte und kranke Kinder aus Kriegs- und Krisenländern nach Deutschland zu holen, hat es mit Partnern von Kambodscha über Afghanistan bis Angola Gesundheits- und Hilfsprojekte vor Ort aufgebaut. In Vietnam und Kambodscha gibt es mittlerweile über 130 selbstständig arbeitende örtliche Basisgesundheitsstationen, die ursprünglich von Oberhausen aus aufgebaut wurden. Dritte Säule der Friedensdorf-Arbeit sei Bildungsarbeit für Frieden und Menschenrechte, etwa die des Friedensdorf-Bildungswerkes bei jährlich gut 100 Tages- oder Wochenendkursen für Schüler, Konfirmanden, Firmlinge, Jugendgruppen und andere Gäste im „Dorf“.

Zum Abschluss der Feier ehrte der DGB das Friedensdorf und seine beiden Mitarbeiterinnen mit Blumen; an Wenzel und Nolte übergab Angelika Wagner zudem zwei schwere Taschen mit Kinderspielzeug.

Das Gedenken im großen Ratssaal schloss der StattChor unter Cristián Carrasco mit vertonten satirischen Worten Bert Brechts über Kriegsflüchtlinge ab: „Der Pass ist der edelste Teil eines Menschen. Dafür wird er auch anerkannt, wenn er gut ist. Während ein Mensch noch so gut sein kann und doch nicht anerkannt wird.“ Friedensdorf hat das erst im August gespürt. Weil die zerstörte deutsche Botschaft in Kabul keine Visa ausstellen konnte, mussten die Oberhausener Helfer erstmals seit 30 Jahre (hoffentlich) vorübergehend darauf verzichten, verletzte afghanische Kinder ins Friedensdorf zu holen.

Deine Gedanken zu diesem Thema