Kambodscha: Bildung beginnt im Kindergarten

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Neuigkeiten aus Kambodscha

Phnom Peng, 26.09.17

Hallo zusammen nach Deutschland,

heute konnten wir den Kindergarten des COMPED (Cambodian Education and Waste Management Organization) - Home besuchen. Durch den Bau eines zweiten Projektegebäudes, das auch von Friedensdorf International gefördert wird, ist es nun möglich die Zielgruppe der Kinder des Kindergartens zu erweitern. Nicht nur die Anzahl der zu betreuenden Kinder steigt auf 54, sondern es können dann auch - neben den Kindern aus den Müllsammler Familien – Kinder aus der Nachbarschaft, z.B. von Landwirten aufgenommen werden. Der Kindergarten betreut derzeit vier Gruppen im Alter von vier und fünf Jahren sowie Vorschulkinder. Ergänzend werden noch Kinder, die die erste Klasse besuchen nachmittags betreut. Der Kindergarten legt sehr viel Wert auf einen regelmäßigen Austausch mit den Eltern, besonders zu den Müllsammler Familien. Zu jedem Kind gibt es eine detaillierte Aktenlage, die neben der körperlichen Entwicklung auch die geistige aufzeigt. Zweimal im Jahr lädt der Kindergarten zu einer umfassenden Elternversammlung ein, die in der Regel mit einer anderen Veranstaltung, z.B. dem Internationalen Kindertag verknüpft werden.

Neben dem Kindergarten befindet sich im COMPED-Home auch das Ausbildungsprojekt für sehbehinderte und behinderte junge Menschen. Das Projekt basiert auf drei Schwerpunkten: Förderung der Nachhaltigkeit und inhaltliche Ausbildung in der Landwirtschaft sowie auf dem Aufbau von Selbstvertrauen der Teilnehmer. Als wir ankamen unterrichtete gerade die Lehrerin Monika ihre Schüler im Bereich „Aufbau von Selbstvertrauen“. Sie selbst hat eine sichtbare Behinderung, die sie aber nicht davon abhält beruflich tätig zu sein. Da eine Behinderung in Kambodscha immer noch einer Vorverurteilung und Abwertung des entsprechenden Menschen gleichkommt ist es wichtig, den Teilnehmern das entsprechende Selbstvertrauen für die Ausbildung mit auf den Weg zu geben.

Sowohl die Schweinezucht als auch die Hühner- und die Fischzucht sind vollständig aufgebaut und zeigen einen entsprechenden Bestand an Tieren. Bemerkenswert ist dabei sicherlich, dass es in allen drei Bereichen darum geht, eine Langfristigkeit und damit Nachhaltigkeit in der jeweiligen Zucht aufzubauen.

Darüber hinaus ist es im Rahmen der Nachhaltigkeit wichtig, auch die sogenannten „Abfallprodukte“ eines jeden Projektes sinnvoll zu verwenden. So konnte im letzten Jahr eine Biogasanlage aufgebaut werden, die - gewonnen aus Schweinemist - das Gas für den Betrieb der projekteigenen Küche liefert. Die restliche Gülle wird zum Düngen der landwirtschaftlichen Erzeugnisse verwendet. Auch werden die Abwässer des Projektes durch zweimalige Reinigung mit Aktivkohle und einer entsprechenden nachgeordneten pflanzlichen Reinigung (Teich) so aufbereitet, dass sie schließlich dem Fischteich zugeführt werden können. Im Jahr 2017 konnten 30 Teilnehmer diese Ausbildung absolvieren. Nach dem Abschluss erhält jeder ein Startkapital zur Einrichtung des von ihm gewählten Schwerpunkts.

Nun sind wir auf den Weg nach Kampong Cham.

Herzliche Grüße

Euer Einsatzteam

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