Medizin, Ausbildung, Sozialarbeit

Kambodscha: Projektarbeit hilft Menschen im Land zum besseren Leben

 

Mehrere Basisgesundheitsstationen sowie das Ausbildungs- und Landwirtschaftsprojekt Comped-Home bei Phnom Penh und ein Sozialprojekt für Kinder aus Müllsammlerfamilien haben jetzt Birgit Stifter, Verantwortliche für die Friedensdorf-Projektarbeit, und Friedensdorf-Leiter Thomas Jacobs besucht. Auch 50 Jahre nach der Friedensdorf-Gründung hat die direkte Arbeit mit und für Menschen vor Ort in Kriegs- und Krisenländern für die Oberhausener Kinderhilfsorganisation ebenso viel Gewicht wie die öffentlich bekannteren Hilfsflüge, mit denen Kinder aus Ländern von Afghanistan bis Angola zur medizinischen Behandlung nach Deutschland kommen. Während der Kambodscha-Projektreise der beiden Friedensdorf-Verantwortlichen galt im „Comped Home“-Projekt ihre besondere Aufmerksamkeit auch dem Erweiterungsbau des Kindergartens.

Das Friedensdorf fördert hier in einem neuen zweiten Projektgebäude die Unterbringung von zukünftig 54 Kindern. In vier Gruppen können dort auch Kinder aus Familien gefördert werden, die ihren Lebensunterhalt in der Landwirtschaft oder durch den Verkauf gesammelten und verwertbaren Mülls verdienen. Bewusst fördert Comped Home sie kontinuierlich in ihrer Entwicklung.

 „Besonders wichtig sind dabei neben körperlichen Fortschritten auch die geistige Förderung und deren Dokumentation“, betonte Thomas Jacobs. Der Kernbereich der Arbeit von Comped Home bleibt die Ausbildung für junge Menschen mit Behinderung oder für Erblindete. Für sie ist die Entwicklung von Selbstvertrauen trotz ihrer Handicaps ganz wichtig. In Kambodscha geht mit Behinderungen vielfach immer noch eine menschliche Abwertung einher. Comped Home will den Schülern in dieser Situation gezielt Mut für ihren weiteren Berufsweg und eine Zukunftsperspektive vermitteln. 2017 konnten bisher mehrere Dutzend Teilnehmer eine Ausbildung absolvieren.

 

Beeindruckt waren Jacobs und Stifter außerdem von der gut ausgebauten Schweine-, Hühner- und Fischzucht im Projekt. Auszubildende, die zum Beispiel in der Arbeit mit Hühnern gelernt haben, eine eigene Zucht aufzubauen, erstellen danach auch ihren kleinen Business-Plan. Mit einem Startkapital kehren sie in ihre Heimatdörfer zurück und sind so später in der Lage, auch etwas für den Unterhalt ihrer Familien zu verdienen.

Eine ganz andere Förderung erhalten im kambodschanischen Battambang  Kinder aus Müllsammlerfamilien in einem besonderen Zirkusprojekt. In dem Sozialprojekt werden derzeit über 35 Kinder im Alter von drei bis 16 Jahren gefördert. Stifter und Jacobs wurden in direkter Nachbarschaft einer Müllhalde von Kindern voller Stolz und mit großer Freude empfangen. Sie führten den Gästen aus Deutschland akrobatische Übungen vor. Wie im richtigen Zirkus waren ihre artistischen Aktionen mit Musik untermalt. Dieses Projekt wird gemeinsam mit der Thüringisch-Kambodschanischen Gesellschaft e.V. mit Sitz in Erfurt gefördert.

Einer nachhaltigen Entwicklung im Land der Khmer dienen im medizinischen Bereich zudem
über 30 regionale Gesundheitsstationen, deren Aufbau Friedensdorf über Jahre hinweg unterstützt hat. Immer arbeitet Friedensdorf International dabei intensiv mit einheimischen Partnern zusammen.

Jetzt legten Einheimische und Deutsche während einer buddhistischen Feier den Grundstein für den Bau der 32. Station in Boueng Prul, Provinz Thboung Khmou. Wie effektiv diese Stationen gerade in Gebieten abseits größerer Städte arbeiten, zeigten weitere Besuche im Rahmen der Projektreise. So verzeichnete die erst im Februar dieses Jahres eröffnete Basisgesundheitsstation in Rouong/ Memot bereits mehrere Tausend Patientenbesuche; weit über  1000 Kinder wurden hier behandelt. Zur Arbeit gehörten zudem über 350 Untersuchungen zur Schwangerenvorsorge und einige Dutzend Entbindungen.

Das erfolgreiche Konzept der Gesundheitsstationen will Friedensdorf International auch 2018 mit Neugründungen fortführen. Dass diese Arbeit gut und nachhaltig funktioniert, zeigen auch Stationen in Vietnam, dem Land der ersten Friedensdorf Hilfsaktion im Jahr 1967. Seitdem sind über 100 Medizinstationen entstanden, alle werden heute von Vietnamesen betrieben. Sie kommen ohne finanzielle Unterstützung aus dem Friedensdorf aus.

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