Viele schwerverletzte und kranke afghanische Kinder warten auf Hilfe

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Der 77. Afghanistan Hilfeinsatz am 15.01.18 gestartet!

Kabul, 20.01.18

Hallo Deutschland,

ach, tut es gut wieder in Afghanistan zu sein!

Nachdem wir im vergangenen Sommer einen verhältnismäßig kurzen Aufenthalt in Kabul hatten und leider keine kranken und verletzten Kinder nach Deutschland mitnehmen konnten, freuen wir uns nun umso mehr vielen, vielen Kindern helfen zu können. Die Patientenvorstellungen neigen sich langsam dem Ende zu und es kommt der Moment, in dem wir unsere Eindrücke der vergangenen Tage reflektieren und etwas ausführlicher mit euch teilen können.

Direkt nach unserer Ankunft  wurden wir von scheinbar unzähligen Familien aus dem ganzen Land begrüßt, die zum Teil schon seit mehreren Tagen auf das Friedensdorfteam hier in Kabul warteten. Auch hörten wir immer wieder, dass die Familien oftmals mehrere Tagesreisen mit dem Bus benötigten, bis sie bei unserer Partnerorganisation ankommen. Zur ersten Bushaltestelle liefen sie zuvor drei Stunden zu Fuß. Selbst bei Temperaturen um null Grad haben viele Afghanen nur dünnes Schuhwerk und kommen barfuß in unser Büro. Einige Kinder hatten kalte Händchen, als sie uns und unseren Partnerarzt begrüßten. Wir kamen also gar nicht dazu, auch nur einen Gedanken an unsere eigene Müdigkeit zu verschwenden. Sofort nach der Landung begannen wir mit den Kindervorstellungen, die über Stunden andauern sollten. Die Familien warteten mit einer unglaublichen Ruhe, obwohl sie teils sogar auf den nächsten Tag vertröstet werden und wiederkommen mussten. Aber von den Menschen hier kommt kein einziges Wort des Unmuts. Wir erleben keine Ungeduld. Niemand regt sich auf. Stattdessen empfindet man ein allgemeines Gefühl der Dankbarkeit, dass die Familien ihre Sorgen um ihre Kinder vortragen können.

Immer wieder kann man kleine, aber dafür umso liebevollere Gesten beobachten:

Da lächelt die Mutter ihrem Sohn aufmunternd zu, wenn wir Deutschen mit ihm spaßen. Da wickelt der Onkel ganz vorsichtig den Verband von den Wunden seiner Nichte. Da klopft der Vater einladend neben sich auf den Boden und legt liebevoll den Arm um die Schultern des herbeihumpelnden Sohnes. Später küsst er ihn auf die Stirn. Da kuschelt ein Teenager seinen kleinen Bruder liebevoll in eine große Wolldecke auf seinem Arm.

Mit diesen Eindrücken im Kopf freuen wir uns darüber, dass ein Teil dieser Kinder die Chance auf eine Behandlung in Deutschland erhält und schicken viele Grüße aus Kabul.

Euer Einsatzteam

 

Eine Antwort

  1. Birgit Seubert, Zellingen
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    Danke für den großen Mut, die Zugewandtheit, die Sensibilität und Liebe von allen Seiten.

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