Friedensdorf beendet den 63. Angola-Hilfsflug

„Für jedes einzelne Kind lohnt jeder Aufwand“

Von einem zweiwöchigen Angola-Hilfsflug sind Friedensdorf-Mitarbeiter Kevin Dahlbruch und Nathalie Witté an diesem Freitag aus dem westafrikanischen Land zurückgekehrt. An Bord des von den „Bayrischen Sternstunden e.V.“ finanzierten Charterfluges landeten die schwer verletzten und kranken Kinder auf dem Düsseldorfer Flughafen. Einige Kinder wurden direkt nach ihrer Ankunft  mit Sanitätsfahrzeugen des Deutschen und Bayrischen Roten Kreuzes in Krankenhäuser bundesweit gebracht, andere fuhren mit dem Bus der Oberhausener Verkehrsbetriebe STOAG  zur Erstaufnahme ins Oberhausener Friedensdorf.

„In Angola hat sich in Bezug auf die medizinische Versorgung der Armen nichts verbessert“, resümiert der stellvertretende Friedensdorf-Leiter Kevin Dahlbruch. Umso mehr bedrückt es die Friedensdorf-Mitarbeiter, dass sie bei diesem Hilfsflug nicht mehr Kindern die Chance auf eine medizinische Behandlung zusagen konnten. Mit Sorge registrieren sie, dass von Hilfsflug zu Hilfsflug die Anzahl der „Freibetten“ in deutschen Kliniken weniger werden. Das ist unter anderem auf den Kostendruck, dem die Krankenhäuser unterliegen, zurückzuführen.   

Dr. Tobias Bexten, Friedensdorf-Ehrenamtlicher und selbst Arzt in einer Klinik, begleitete diesen Hilfsflug und fasst die Situation so zusammen: „Auch, wenn wir bei diesem Flug weniger Kinder in Deutschland versorgt bekommen, so ist es doch jedes einzelne Kind wert, dass man sich seine Genesung einsetzt.“  

 

Ehemaliger Friedensdorf-Patient hilft in Angola

Ein Beispiel von vielen Kindern, die nach ihrer Genesung ihre zweite Chance genutzt haben, ist der heute 30-jährige José Mauricio. Seit über zehn Jahren ist er Mitarbeiter der Friedensdorf-Partnerorganisation Kimbo Liombembwa. José Mauricio war als Elfjähriger 1999 mit Knochenentzündung nach Deutschland gekommen. Der Familienvater hat umgesetzt, was viele Friedensdorf-Kinder sich vornehmen, wenn sie nach Hause zurückkehren, nämlich in ihrem Land zu helfen. Vielleicht werden in Zukunft auch die über 50 genesenen Angolanerinnen und Angolaner, die zudem im Mai gesund nach Hause zurückkehren konnten, seinem Beispiel folgen.                                           

Das Friedensdorf hofft, dass sich unter dem neuen angolanischen Präsidenten João Lourenço mittelfristig für die 40 Prozent der Angolaner, die unter der Armutsgrenze leben, eine bessere Perspektive ergibt – vor allem im Gesundheitswesen. 

 

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