Nach Gewalt Versöhnung leben

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Frieden - nur ein Traum? Leben im Friedensdorf. Foto: J.Braune del Angel

 

 1993: Betroffenheit nach dem
 Brandanschlag von Solingen

Heute wachsen Kastanien an der Stelle des abgebrannten Solinger Hauses der Familie Genc. Und Spuren der Brandruine sowie eine Gedenktafel erinnern an die fünf Toten des Brandanschlags vor genau 25 Jahren. Besonders betroffen war am 29. Mai 1993 der damalige Friedensdorf-Vorsitzende Bernd Paßmann, zugleich Bürgermeister Solingens von 1975-1984. Als die Nachricht vom Anschlag der Neonazis, von den Toten und den insgesamt 17 verletzten Menschen eintraf,  leitete Paßmann gerade die jährliche Mitgliederversammlung der Aktion Friedensdorf. Sehr betroffen eröffnete Paßmann, über Jahre in Solingen und auch landesweit stark für die Integration von Zuwanderern aktiv, die Versammlung. Paßmann stand als Kommunalpolitiker und sozial Engagierter dafür, Menschen anderer Herkunft ganz auf Augenhöhe zu begegnen.

 

Diese Herausforderung ist bis heute geblieben, leider aber auch viele Ängste und die Missachtung nicht weniger Deutscher gegenüber  Fremden. Für Friedensdorf-Leiter Thomas Jacobs bleibt deshalb der unvoreingenommene menschliche Umgang unabhängig vom Gegenüber wichtig. „Hinsehen und Handeln“, so Jacobs, „ist auch im Geist unseres 2017 verstorbenen langjährigen  Friedensdorf-Vorsitzenden Bernd Paßmann wichtig.“ Eine Verständigung jenseits von Vorurteilen könne drohender Gewalt den Boden entziehen. Jacobs erinnerte an

Mevlüde Genç, die Mutter, Großmutter und Tante der Ermordeten, die Versöhnung lebt. „Sie fand trotz vielfachen Leids die Kraft, versöhnend auf Menschen zuzugehen." In der Begegnung zählten weder Abstammung noch kulturelle Prägung. Jacobs: "Wichtig ist Begegnung untereinander mit Würde.“

One Response

  1. petra strupat
    | Antworten

    Hallo liebe Mitbürger,
    ich habe damals in Opladen gewohnt und alles hautnah miterlebt. Meine Ehrerbietung und mütterliche Empatie
    gelten Frau Mevlüde Genc (sorry der Haken fehlt auf meiner Tastatur).Solche Frauen sind in unserer Gesellscschaft, in der nur noch Wohlstand und Geld zählt leider sehr rar. Umso mehr hat diese Frau den Orden für Tapferkeit verdient, mehr noch wie mancher Soldat.
    Liebe Grü

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