Für Kinder lohnt der Einsatz

Ehrung an der Oldenburger Uni. Die Hochschule zeichnete drei Studierende gleichzeitig für gute Leistungen und für ihren sozialen Einsatz aus. Lea Kok (3. v.re.) ist seit 2015 für Friedensdorf aktiv. Fotos: CvO

Studentin, Krankenhaus-Begleiter,
Stadtführerin

Fast sind sie Angehörige dreier Generationen: die aktive Ruheständlerin  Sonja Weichert (69), der 55-jährige Airbus-Angestellte Torsten Veller und die Studentin Lea Kok (21). Doch wichtiger als ihr Alter ist den drei Norddeutschen aus Minden, Rotenburg/Wümme und Oldenburg ihre Beziehung zum Friedensdorf. Sonja Weichert ist Stadtführerin in ihrer Wahlheimat Minden und spricht am Ende der Führungen über das Engagement von Friedensdorf International  für die ihm von den Eltern anvertrauten Schützlinge.  Der Rotenburger Torsten Veller, mit dem Ehrenamtspreis seiner Stadt ausgezeichnet, ist Krankenhaus-Begleiter von kleinen Patienten, die Friedensdorf zur Gesundung nach Deutschland hole. Und Lea Kok drehte ein Video  über das soziale Engagement  im Friedensdorf. Sie wurde von der Carl-von Ossietzky-Universität Oldenburg für hervorragende Studienleistungen in Verbindung mit sozialem Engagement ausgezeichnet. Den verliehenen OLBEWE-Preis fördern ein Energieversorger und die Oldenburgische Landesbank.

Wer die Drei sind? Und wie sie zu ihrem Einsatz für die kleinen Patienten im Friedensdorf, im Hospiz  oder bei weiteren Ehrenamts-Aufgaben kamen?

Torsten Veller, Vater einer 25-jährigen Tochter, ist seit 2013 für das Friedensdorf wie auch für Kinder im Rotenburger Hospizverein aktiv. Seit 2015 leitet er den Rotenburger Friedensdorf-Freundeskreis, er koordiniert Krankenhaus-Besuche von Mitgliedern des Kreises bei den Kindern. „Gott sei Dank ermöglichen das Diakoniekrankenhaus und der Freibettenfonds in Rotenburg, dass hier seit  Jahren Kinder,  heute häufig sogar

zwei ,Friedensdorf-Kinder´ im Jahr, operiert und  behandelt werden können. Die Begegnungen mit ihnen sind wirklich ein Geben und Nehmen.“  Veller (Foto: G Menker, Kreiszeitung.de) ergänzt: „Weil Kinder ehrlich sind, wird man geerdet.“ Und: „Alles spornt dazu an, am Krankenbett  zusätzlich zur Arbeit von Pflegerinnen und Ärzten das Meistmöglichste für die Patienten aus aller Welt  zu tun.“ Seine Arbeit im Großunternehmen ermögliche ihm Flexibilität;  in einzelnen Fällen konnte er auch sofort nach einer anstrengenden OP ein Begleiter der Kranken sein.

 

Sonja Weichert dagegen sucht auf den Straßen Mindens Kontakt zu den unterschiedlichsten Menschen, wenn sie sie zu besonderen Orten ihrer Wahlheimat führt. „Einer davon ist das Quäkerhaus dieser friedensliebenden, eher obrigkeitsfernen religiösen Gemeinschaft des 18. Und 19. Jahrhunderts.“ Sie berichtet jährlich bis zu einem Dutzend Gruppen außerdem  über 500 Jahre abgeschlossenes Leben inmitten der von dicken Festungsmauern bis 1873 umgebenen Stadt. Am Ende kostenloser und eher privater Führungen bittet sie dann um Spenden. So regt sie Gespräche auch über die Friedensarbeit aller Förderer und Mitarbeiter der Oberhausener Kinderhilfsorganisation an.

Wie sie vom Friedensdorf-Einsatz für Kinder und für eine bessere Gesundheitsversorgung in deren Heimat erfuhr? „Ich lese viel“, sagt die Lehrerin und Frau eines evangelischen Pastors. Trotz der vier Kinder, die beide großzogen, vereinbarten Sonja und Otto Weichert vor Jahrzehnten, dass ein Gehalt für ihr Leben reichen soll. „Schließlich wollten wir immer Zeit für soziale Aktivitäten haben.“ Das Friedensdorf profitiert durch

Menschen ins Gespräch bringen. Das bewegt Sonja Weichert. Vor dem Quäkerhaus - sowie in der Stadt über das Friedensdorf. Foto: ki/Bast

Mund-zu-Mund-Propaganda wie bei den Stadtführungen, aber auch durch Spenden bei Familienfesten und anderen Gelegenheiten.

Wie die Weicherts ließ ihr Friedensdorf-Engagement die junge Studentin Lea Kok nach sechs Monaten Vollzeitpraktikum im Heim 2015 nicht  mehr los. Auf das Leben mit  den ,,Friedensdorf-Kindern" im Heim  folgte ihr ehrenamtlicher Einsatz  als Krankenhausbegleiterin für kleine Patienten aus Afghanistan, Usbekistan oder Angola. Eine besondere Erfahrung war ihre Teilnahme an einem Angola-Hilfsflug . „Angola hat mich geerdet“, sagt Lea über ihre Hilfe während des Charterfluges.

Aus Berichten habe sie zwar gewusst, wie die alltägliche Realität der Kinder in dem armen, auch korrupten und eigentlich reichen Land aussieht. „Es war jedoch ein ganz anderes Erlebnis, dies mit eigenen Augen zu sehen.“

Das Praktikum und die Zeit danach, sagt Lea, „haben mein Leben verändert.“ Sie sei als Person gereift. Gibt es eine besondere Erfahrung ihres Engagements für das Friedensdorf? „Die, dass man mit oft geringem Einsatz Kindern ganz viel helfen kann“, resumiert Lea Kok.

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