Friedensdorf-Hilfe in Rumänien wird wertgeschätzt

Armut dominiert das Alltagsbild

Veränderungen brauchen Zeit. In Rumänien vielleicht länger als in anderen EU-Ländern. Nach dem Zusammenbruch Ceaușescu Regimes im Dezember 1989 hat sich oberflächlich  betrachtet einiges verbessert. Finanzielle Hilfen der EU fließen nach wie vor in die Infrastruktur, den Straßenbau und andere Maßnahmen. Zu kaufen gibt es alles, was das Herz begehrt. „Auch in Sinnicolau Mare und im noch kleineren Dorf Cenad. Das Problem ist, dass die Preise vergleichbar mit denen hier in Deutschland sind“, berichtet ein Mitarbeiter des Friedensdorfes nach seiner Rückkehr. Die Menschen sind so arm, dass sie nicht am Konsum teilnehmen können. Oftmals müssen die Kinder bei ihren Großeltern leben, während ihre Eltern versuchen sie über Arbeiten im Ausland finanziell zu unterstützen. Die Alten verfügen lediglich über ein durchschnittliches Renteneinkommen von  20.- bis 25.- Euro. Für die Kinder erhalten sie zusätzlich ein Kindergeld von 10.- Euro. Gerade von diesen armen Menschen wird die Kleiderspende vom Friedensdorf besonders wertgeschätzt. In Sinnicolau Mare gibt es eine vom Friedensdorf unterstützte Kleiderkammer. Die Stadt, quasi das „Sozialamt“, verfügt über eine Liste von Bedürftigen und gibt diesen kostenlos die benötigten Anziehsachen.

Eine solche Wertschätzung erfahren auch die medizinischen Hilfsgüter des Friedensdorfes. Seit 1990 bringt Friedensdorf International medizinische Geräte, Verbandsmaterial und Medikamente ins Land, die dort dringend benötigt und Bedürftigen zugutekommen bzw. an diese verteilt werden. Wie in den meisten Ländern in denen das Friedensdorf hilft,  müssen die Menschen auch in Rumänien selbst für eine Operation alles mitbringen, angefangen vom OP-Tuch und aufgehört bei Infusionen. Auch die Versorgung mit Essen und Trinken der kleinen und großen Patienten erfolgt über die Angehörigen.

Als positiv bewertet das Friedensdorf die Entwicklung in den Kindergärten und Schulen. Hygieneerziehung und landwirtschaftlicher Eigenanbau stehen hier auf dem Lehrplan. Besonders die Haltung von Hühnern ist bereits im Kindergarten ein Thema, da Hühnerfleisch das einzige Fleischprodukt ist, welches nicht importiert wird und somit für viele erschwinglich ist oder selbst „produziert“ werden kann.

Auch wenn die Entwicklung, die das Friedensdorf  seit 28 Jahren in Rumänien verfolgt, langsam voranschreitet, so zeigen die Menschen in Sinnicolau Mare und Cenad täglich worauf es im Leben wirklich ankommt: auf Menschlichkeit und Solidarität untereinander.

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