Winterhilfsaktion „Hilfe wird gepackt“ wird anders fortgesetzt

Diesjährige Paketaktion soll den Kindern im Oberhausener „Dorf“ helfen

Seit über 20 Jahren hilft die jährlich stattfindende Bürgerpaketaktion „Hilfe wird gepackt“ armen Menschen in Armenien, Nagorny Karabach und seit 2007 auch in Tadschikistan über den Winter. Leider gelingt es im Vergleich zu den Vorjahren im Dezember 2018 nicht, hilfsbedürftige Familien und Einrichtungen mit den Hilfsgüterpaketen zu versorgen, da in den vergangenen Jahren die Zollbestimmungen in Georgien und Armenien immer restriktiver und für dieses Jahr weitere Hindernisse angekündigt wurden. Zudem kann die Partnerorganisation in Tadschikistan die Paketaktion aus logistischen Gründen nicht komplett übernehmen. Daher sieht Friedensdorf International sich nicht in der Lage die Hilfsaktion fortzusetzen. Bereits im Dezember 2016 musste die Paketaktion in Georgien aufgrund der Zollbestimmungen eingestellt werden. Dass die traditionsreiche Aktion nicht mehr durchgeführt werden kann, ist für Friedensdorf International ein Rückschlag, da durch die Hilfsgüter vielen kranken und armen Menschen geholfen werden konnte.

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Über viele Jahre wurde die Paketaktion gerade von hiesigen Kindergärten und Schulen zudem als eine wertvolle pädagogische Arbeit bewertet. Die Friedensdorfaktion veranlasste Erzieher und Lehrer auf die Lebensverhältnisse der Zielländer aufmerksam zu machen. Auch in Familien wurde während des „Packens“ in Gesprächen mit den Kindern auf die Nöte der Paketempfänger hingewiesen. Alternativ hat Friedensdorf International sich überlegt, in diesem Jahr eine bundesweite Paketaktion für die Kinder im Oberhausener „Dorf“ zu organisieren und appelliert an die Solidarität der Menschen.

Im Bereich der Sachspenden, die als Hilfsgüter in die entsprechenden Länder geschickt oder für die Kinder im Oberhausener Friedensdorf eingesetzt werden, beobachtet die Kinderhilfsorganisation zudem einen Rückgang in der Menge der gespendeten Hilfsgüter. Im Gegensatz zu vielen anderen karitativen Organisationen übersteigen die gegebenen Mengen nicht mehr den Bedarf von Friedensdorf International. Mittlerweile muss daher ein großer Teil neu eingekauft werden. Für die Kinder werden warme Winterjacken, Schuhe ab Größe 23, Unterwäsche und lockere, bequeme Hosen ab Größe 110 benötigt, da viele der kleinen Patienten aufgrund von Operationen einen Fixateur am Bein tragen. Dies können selbstverständlich auch gut erhaltene gebrauchte Sachen sein. Mit Sicherheit freuen sich die Kinder im Winter auch über Lern- und Beschäftigungsmaterialien (z. B. Buntstifte, Malbücher, Bastelpapier und Loom-Bänder). Wie gewohnt können Bürger, Schulen, Kindergärten und Firmen auf diese Weise wertvolle Hilfe für die kleinen Patienten leisten. Die Pakete werden dieses Jahr kostenlos auf dem am 8.9. stattfindenden Dorffest oder in der Dinslakener Friedensdorf-Zentralstelle (Lanterstraße 21) zur Verfügung gestellt. Ebenso gibt es sie in den Interläden in Sterkrade, Alt Oberhausen und Schmachtendorf. Der letzte Abgabetermin des gefüllten Paketes wäre der 8. Dezember.

Hintergrund der Paketaktion für die Kinder im Oberhausener Friedensdorf:

Unser afghanischer Partner Dr. Marouf berichtet regelmäßig, dass warme Winterjacken, Socken und festes Schuhwerk für die afghanischen Kinder etwas ganz besonderes sind. Häufig kommen die kleinen Patienten nur mit dünnen Schlappen oder gar barfuß in Deutschland an und lernen zum ersten Mal warme Kleidung kennen. Nach ihrer Ankunft in Deutschland benötigen die Kinder daher genügend Anziehsachen für den Krankenhausaufenthalt und die Reha im Oberhausener „Dorf“. Zudem ist die gespendete Kleidung auch nach der Rückkehr in die Heimatländer eine große Hilfe, da die Kinder die Sachen nach ihrem Aufenthalt mitnehmen und Kleidung für die Familie einpacken können.

Foto:: Ralf Hallay, Barbara Siewer

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