64. Angola Hilfseinsatz – Eindrücke aus Luanda

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Seit dem 5. November ist unser Einsatzteam, Kevin Dahlbruch und Nazira Kasenova  in Angola, um gemeinsam mit unserer Partnerorganisation den Hilfseinsatz vorzubereiten.

 

Luanda, 10.11.18

Hallo Deutschland,

dass wieder einmal nur die „Fassade“ eines der größten Ölförderländer Afrikas „aufgeräumt“ wird, fiel schon am ersten Tag des Einsatzes auf der Fahrt vom Flughafen zu unseren Friedensdorf-Partnern auf. Aufgeräumt und gesäubert wird die Hauptstadt Luanda v.a. von den Straßenhändlern, die ihren Lebensunterhalt tagtäglich durch das „Straßenbusiness“ sichern müssen. Sie scheinen deutlich weniger geworden zu sein, der Verkehr weniger die Wege in dieser Millionenmetropole zu verstopfen.

Hinter der Fassade - auf dem Kinderkrankenhausgelände und in den Patientenzimmern selbst - öffnet schon ein erster Einblick schnell Augen und Verständnis für die bekannte bittere Realität, die fortbestehenden Probleme und die Not der Mehrheit der Angolaner.

 

„We must fight“ – sagt die Ärztin unserer Partnerorganisation – die ihr Medizinstudium noch im damals sozialistisch geprägten Rumänien absolvierte – auf unsere Frage, wie es ihr geht. Immer wieder beeindruckt die starke, stoisch arbeitende, stolze Frau, die sich weder durch einen pausenlos langen Arbeitstag, noch den omnipräsenten Lärm und sonstige störende Umstände aus dem Konzept bringen lässt. Sie verliert auch dann nicht die Fassung, wenn der Tag sich bis in den Abend hinein zieht und nur mit einer kleinen Taschenlampe weitergearbeitet werden muss, da die Beleuchtung an unserem Arbeitsplatz im Krankenhaus nicht funktioniert. Es geht mit einem Lächeln und einer Geste weiter, welche „so ist die Realität und es geht trotzdem vorwärts“ bedeuten. So bringt die Friedensdorf-Partnerin bei der Vorstellung der neuen kranken Kinder

immer wieder vieles non-verbal zum Ausdruck. So äußert sie die Armut und das Notleiden in der entfernten Provinz, aus der die Provinzvertreterin u.a. ein 4jähriges Mädchen mit einer seit einem Jahr bestehenden Knochenentzündung vorstellt. Wir merken schnell, dass die Frage, ob das Kind vorher irgendwie behandelt oder medizinisch untersucht wurde, im Grunde überflüssig war. Was die Friedensdorf-Einsatzteams immer wieder aufs Neue nachdenklich macht in den traurigen, verzweifelten, aber v.a. hoffnungsvollen Augen der Eltern zu sehen. Dabei bleibt bei jedem der vorgestellten kleinen Patienten kein Raum für Zweifel, dass ohne eine adäquate medizinische Behandlung und Rehabilitation wenig Chance für eine Zukunft ohne Schmerzen und Gebrechen der Kinder da ist.

Herzliche Grüße

Euer Einsatzteam

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