Friedensdorf zu Gast in Japan

Ein Friedensdorf-Team befindet sich zurzeit auf einer Dienstreise in Japan

Taeko Erwig Shishikura, Mara Peppmüller und Leiter Thomas Jacobs bereisen Tokio, Hiroshima und Nagasaki. Ziel der Dienstreise ist die Verbindung zwischen dem Friedensdorf und den vielen japanischen Freunden zu vertiefen.

Guten Morgen Deutschland,
unser erster Programmpunkt führte uns in das japanische Unterhaus. Wo wir mit Herr Ryuji Koizumi (Generaldirektor des internationalen Büros der Liberalen Demokratischen Partei) und Herrn Hiroshi Ueno (Stellvertretender Direktor vom Ministerium für Gesundheit, Labor und Wohlergehen) zusammentrafen. Wir berichteten über die Friedensdorf-Arbeit vor allem im Hinblick auf die friedenspädagogische Bedeutung. Die japanischen Politiker bedankten sich ausdrücklich bei uns für den Besuch im Unterhaus.
Die Dienstreise wurde ermöglicht durch zahlreiche Sponsoren in Japan, die unsere Friedensdorf Freundinnen Frau Keiko Asano und Frau Mika Kuramoto organisiert haben. Während unserer Dienstreise werden wir über die Begegnungen und Eindrücke berichten.

Euer Friedensdorf-Team

Hallo Deutschland,

inzwischen sind wir von Tokio nach Hiroshima geflogen. Dort gab es gleich eine schöne Begegnung und Überraschung! Auf dem Flughafen trafen wir zufällig die ehemalige Praktikantin Satoko. Sie war 2015 im Heimbereich des Friedensdorfes beschäftigt. Wieder einmal haben wir alle feststellen können, wie klein doch diese Welt ist; oder anders gesagt, wie groß die Verflechtung des Friedensdorfes in der Welt geworden ist.

Herzliche Grüße

Euer Friedensdorf-Team

Hiroshima, 19.4.2019

Guten Tag Deutschland,

wo, wenn nicht hier in Hiroshima, kann der Karfreitag andächtiger und besinnlicher gestaltet werden?

Heute Morgen haben wir stellvertretend für das Friedensdorf einen Kranz am Friedensmahnmal in unmittelbarer Nähe, in Japan genannt Atombomben Dom, niedergelegt. Hiroshima war auch für uns ein Ort der Andacht und der Besinnung. Unsere japanischen Freunde waren ebenfalls sehr berührt und haben sich für unser Kommen mehr als nur bedankt. Natürlich wissen wir viel über Hiroshima und die Folgen für die Menschen nach dem Atombombenabwurf 1945 und dennoch ist die persönliche Begegnung im Zentrum des schrecklichen Geschehens noch etwas anderes. Vor dem Kranz haben wir ebenfalls von Friedensdorf-Kindern gefaltete Kraniche niedergelegt. Der gefaltete Kranich geht auf eine sehr berührende Geschichte zurück. Die Geschichte von Sadako, welches ein Opfer von den Folgen des Atombombenabwurfs wurde. Eine japanische Legende besagt, dass nach dem Falten von 1.000 Kranichen ein Wunsch in Erfüllung gehen wird. Sadako begann trotz fortgeschrittener Erkrankung Kraniche zu falten. Nachdem sie fasst 600 Kraniche gefaltet hatte, erlag sie ihrer Erkrankung.

Unmittelbar nach der Kranzniederlegung wurde eine Friedensveranstaltung mit anschließender Podiumsdiskussion im Orizuru Tower abgehalten. Neben vielen interessierten Menschen aus Hiroshima reisten eigens für die Veranstaltung auch ehemalige Volontäre an. Wie schön für uns zu hören, dass bei den ehemaligen Volontären ihre Zeit im Friedensdorf nachhaltend wirkt. Ganz gleich wo Sie auch in Japan leben, sie informieren sich über das Friedensdorf und führen sogar eigene Veranstaltungen durch. Unsere Gastgeber, die wir inzwischen freundschaftlich und in japanischer Tradition Keiko-san und Mika-san nennen dürfen, haben Unglaubliches auf die Beine gestellt, um diese Veranstaltung durchführen zu können.

Es ist schon beinahe selbstverständlich, dass wir die Friedensdorf-Botschafterin und in Japan sehr berühmte Chizuru Azuma trafen. Ohne Chizuru-san hätte das Friedensdorf in Japan nicht annähernd die Bedeutung, die es heute hat.

Die Podiumsteilnehmer waren sich darüber einig, dass Kriege und internationale Konflikte nicht mit Waffengewalt gelöst werden können. In diesem Zusammenhang haben die Friedensdorf-Mitarbeiter den für alle Länder dieser Welt beispielhaften Artikel 9 der japanischen Verfassung gelobt (es lohnt sich wirklich, dass Sie sich mal den Artikel 9 der japanischen Verfassung durchlesen).

Nach der Veranstaltung sind wir jetzt auf dem Weg nach Nagasaki, wo wir am morgigen Tag an einer Gedenkveranstaltung teilnehmen werden.

Euer Friedensdorf-Team

 

Tokio, 21.4.2019

 

Guten Morgen Deutschland,

direkt nach dem Friedensforum und der Podiumsdiskussion in Hiroshima  fuhren wir weiter  mit dem Schnellzug nach Nagasaki.

Noch voller Eindrücke von Hiroshima bereiteten wir uns auf die nächste Friedensveranstaltung in Nagasaki vor. Am gestrigen Morgen fuhren wir in den Friedenspark von Nagasaki um ein Blumengebinde an der Peace Memorial Statue niederzulegen. Die Zeremonie wird auch immer begleitet von einem Gebet. Die Statue gilt als buddhistisches Symbol. Der rechte Arm mit ausgestrecktem Zeigefinger weist in den Himmel und soll auf die Bedrohung durch Atomwaffen aufmerksam machen. Der ausgestreckte linke Arm soll den Wunsch nach Frieden bedeuten. Die fast geschlossenen Augen deuten auf ein Gebet für die Opfer des Atombombenabwurfes hin. Links von der Statue steht die Frieden-Skulptur mit Origami-Kranichen.

Das Friedensforum begann im Anschluss an die Blumenzeremonie und wurde in der Universität Nagasakis durchgeführt. Wir waren über den Besucherandrang schon sehr überrascht. Neben zahlreichen Besuchern nahmen über 90 Schülerinnen und Schüler der Oberstufe eines Gymnasiums teil. Besonders haben wir uns auch über Teilnehmer gefreut, die vor über 15 Jahren ein Volontariat im Friedensdorf durchführten. Neben dem Friedensdorf stellte sich auch die von Schülern und Studenten initiierte Organisation „Peace Caravan“ vor. Diese Organisation leistet ehrenamtlich friedenspädagogische Arbeit in den Grundschulen von Nagasaki. Die Vertreter dieser Organisation haben uns sehr beindruckt. Sie sind unglaublich engagiert und voller Überzeugung ihres Tuns.

Nach den Vorstellungen der Organisationen begann die Podiumsdiskussion. Es wurden gerade von den Oberstufenschülern sehr differenzierte Fragen gestellt, die auch uns Mut machen, die friedenspädagogische Arbeit des Friedensdorfes unvermindert fortzusetzen. Im Anschluss an die Veranstaltung wurden wir weiter von den Teilnehmern zum Thema Friedensdorf befragt. Spontan haben sich zwei Schülerinnen entschieden, nach dem Studium ein Volontariat im Friedensdorf durchzuführen. Es hatte den Anschein, als wollte man uns nicht weiterziehen lassen. Da wir noch am selben Abend zum Flughafen mussten, konnten wir bedauerlicher Weise nicht mehr auf weitere Fragen eingehen. Wir tauschten aber Kontaktadressen aus, sodass wir sicher sind, bald weitere Fragen aus Nagasaki zu erhalten.

Planmäßig flogen wir am späten Abend zurück nach Tokio, wo wir uns heute mit ehemaligen Praktikantinnen treffen werden.

Wir wünschen allen Leserinnen und Lesern ein frohes und gesegnetes Osterfest.

Euer Friedensdorf-Team

Tokio, 23.4.2019

Hallo Deutschland,

auch am Ostermontag wurde die Vortragsreihe des Friedensdorfes in Japan fortgesetzt. Wir waren erneut Gast im Unterhaus. Unser Vortrag wurde im Rahmen der Veranstaltungsreihe „International Future Life Summit 2019“ gehalten. Neben dem Friedensdorf stellten sich auch  japanische Friedensorganisationen vor. Es macht schon Mut, dass doch auch  international mehr junge Menschen sich aktiv für den Frieden engagieren und sich organisieren. Mit der inzwischen  obligatorischen Podiumsdiskussion wurde die Veranstaltungsreihe beendet.

Als Fazit können auf eine beindruckende Reise zurückblicken. Viele Menschen zeigen sich an der Arbeit des Friedensdorfes interessiert. Es sind auch viele Spenden zusammengekommen. Das Spendenergebnis werden wir aber erst später in Erfahrung bringen können.

Am Vormittag kamen wir mit den Freunden des „ Cataloghouse“ Konzerns in Tokio zusammen. Es gab ein großes „Hallo“ und es wurden gleich weitere Verabredungen für dieses Jahr getroffen. Das Cataloghouse zählt in Japan zu den größten Förderern des Friedensdorfes und ist  aus unserer Arbeit nicht mehr wegzudenken. Es sind zu vielen japanischen Menschen tiefe Freundschaften entstanden, die wir auch als Reiseteam nicht mehr missen möchten.

Der Aufenthalt in Japan endete mit einem großartigen Benefizkonzert zu Gunsten des Friedensdorfes. In der 51. Etage eines Hochhauses spielte der auch international bekannte Pianist Gohei Nishikawa. Die in Japan bekannte Kalligraphin Yuna Okanishi malte ein Bild während  Gohei Nishikawa im Hintergrund spielte. Das Bild wurde schließlich für rund 2.000 Euro versteigert.

Unser großer Dank geht an Frau Keiko Asano und Frau Mika Kuramoto, die unsere Dienstreise organisiert, begleitet und über Förderern finanziert haben. Unseren Gastgebern in Hiroshima und Nagasaki ein herzliches Dankeschön für die Gastfreundschaft. Unser gemeinsame Freundin Chizuru Azuma trafen wir in Hiroshima, ihre Geburts- und Heimatstadt. Ohne Sie, wäre das Friedensdorf  in Japan unbedeutend und unbekannt.

Zu guter letztsagen wir allen japanischen Besuchern der Veranstaltung ein herzliches „Arigato“ für das große Interesse an unser  aller Friedensdorf. Auf ein baldiges Wiedersehen.

Herzliche Grüße

Euer Friedensdorf-Team

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