Eindrücke aus Kambodscha

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Seit dem 18. September befinden sich Thomas Jacobs und Claudia Peppmüller in Kambodscha. Unser Friedensdorf-Team hat uns Eindrücke der Projektreise gesendet:

 

Hallo Deutschland,

gestern sind wir nach einem langen Flug in Siem Reap gelandet. Begleitet werden wir auf unserer Projektreise vom Journalisten Jan Jessen, der für die Funkegruppe schreibt (NRZ/WAZ) und der Fotografin Kerstin Bögeholz.

Heute haben wir in Battambang das Zirkus- und Kindergartenprojekt besucht, welches wir seit 2013 fördern. Das Besondere an diesem Projekt ist, dass es unmittelbar an einer Müllhalde betrieben wird auf der die Familien wohnen. In diesem Projekt lernen die Kinder viel über Hygiene. Nach der Schule werden sie hier auch in Englisch unterrichtet. Heute haben sie uns ihr artistisches Können mit Stolz vorgeführt.

Nach wie vor sind die Lebensverhältnisse der Müllsammlerfamilien für uns unvorstellbar. Eine Familie berichtete voller Stolz, dass ihre 4 Kinder regelmäßig die Schule besuchen, was noch vor einigen Jahren nicht selbstverständlich war! Das Friedensdorf hat Gewiss bei den Müllsammlerfamilien zu einem Umdenken beigetragen. Für die Kinder hat Bildung einen Stellwert gewonnen und, dass dies von den Eltern sogar gefördert wird. Genau dies war mit dem Zirkus- und Kindergartenprojekt unsere Zielsetzung.

 

Herzliche Grüße

Ihr

Einsatzteam

 

21. September 2019 

 

Hallo Deutschland,

gestern sind wir nach einer 9-stündigen Fahrt von Battambang kommend in Kampong Cham angekommen. Gut 60 km von dieser Stadt entfernt, haben wir heute, die seit Februar 2018 arbeitende BGS 29 (Basisgesundheitsstation) und die gerade fertiggestellte BGS 35 besucht. Beide BGS liegen in unmittelbarer Nähe zur vietnamesischen Grenze, im Distrikt Me Mut, in der Provinz Tboung Khmum.

Uns wurde von den Mitarbeitern der BGS 29 erklärt, wie wichtig diese BGS für die umliegenden Dörfer ist, in denen rund 10.000 Menschen leben. Alleine bis August konnten z. B. die Frauen unter medizinischer Aufsicht 75 Kinder zur Welt bringen. Das sind schon fast so viele Neugeborene wie im gesamten Jahr 2018 (88 Kindergeburten). Immer mehr Familien finden mehr Vertrauen in die Behandlungen und Frauen lassen ihre Kinder nun regelmäßig impfen. Die Impfprogramme orientieren sich an den Vorgaben der WHO.

Zu unserer großen Überraschung wurden wir von zahlreichen Dorfbewohnern und den Verantwortlichen des Distriktes und der Provinz in der gerade fertiggestellten BGS 35 empfangen. Es schloss sich eine Einweihungszeremonie  an. Viel Vertrauen und Dankbarkeit schlug uns auch in dieser Gemeinde entgegen. Immer wieder wurde betont, wie wichtig eine BGS für die Bevölkerung ist.

Herzliche Grüße

Ihr

Einsatzteam

 

22. September 2019

 

Hallo Deutschland,

heute war wie schon an den Vortagen ein ereignisreicher Tag. Wir haben heute eine weitere BGS 27 (Basisgesundheitsstation) besucht, die 2016 fertig gestellt wurde. Diese BGS liegt auch in der Provinz Tboung Khmam. Wie auch in anderen Regionen im südlichen Teil von Kambodscha werden hier überwiegend Menschen mit Atemwegs- und Verdauungserkrankungen behandelt. Ferner werden nach WHO Standard Kinder geimpft und schwangere Frauen erhalten dort eine Vorsorgeuntersuchung.

Damals hatte ein Mönch, der in der gegenüberliegenden Pagode lebt, das Grundstück kostenlos für den Bau der BGS zur Verfügung gestellt. Bei dem damaligen Gespräch mit Thomas Jacobs klagte er über starke Rückenbeschwerden. Ihm wurden von uns einige Rückenübungen zur Linderung gezeigt, eine Hilfe, die der Mönch bis heute nicht vergessen hat, wie sich später zeigte. Der mit uns reisende Journalist Jan Jessen bat um ein Interview mit den Mönchen. Aktuell findet in der Pagode das traditionelle 14-tägige Opferfest der Buddhisten statt. Die Mönche werden von der Bevölkerung mit Essen versorgt. Sie glauben, dass über die Mönche ihre verstorbenen Verwandten an den Opfergaben teilhaben können.

Wir hatten die Gelegenheit dem Fest in der Pagode kurz beizuwohnen und trafen schließlich den uns bekannten Mönch wieder. Als er uns wieder erkannte, hat er spontan einem Interview zugestimmt, nicht ohne sich vorher noch Tipps für seinen Rücken geben zu lassen.Nach einem herzlichen Wiedersehen sind wir abschließend noch zu einem Krankenhaus der Kategorie 1 gefahren. Die Krankenhäuser werden wirklich nur von Menschen aufgesucht, die arm sind und sich keine zusätzliche medizinische Versorgung erlauben können. Es macht schon sprachlos, die hilflosen Patienten, seien sie erwachsen oder noch Kinder, zu sehen. In diesem Krankenhaus arbeiten 40 Mitarbeiter, davon 10 Ärzte. Es können keine Operationen durchgeführt werden. Bei schwerer wiegenden Erkrankungen werden die Patienten weiter verwiesen an ein Krankenhaus der Kategorie 2. Das Essen und die gesamte Versorgung der kranken Menschen müssen die Angehörigen leisten.

Nach dem Besuch des Krankenhauses ging es in einer knapp zweistündigen Fahrt in die Landeshauptstadt Phnom Penh, von wo aus wir morgen zwei weitere Friedensdorf-Projekte besuchen werden.

Herzliche Grüße

Ihr Einsatzteam

Phnom Penh, 23. September 2019

 

Hallo Deutschland,

heute fuhren wir in die Provinz Prey Veng in den Distrikt Peam Chor. Wir sind sehr herzlich auf dem „Bauplatz“ der künftigen 36. BGS (Basisgesundheitsstation) empfangen worden. Noch steht auf diesem Platz eine sehr kleine Wellblech-BGS, die aber in Kürze abgerissen und durch einen massiven Neubau ersetzt wird, der vom Friedensdorf finanziert wird.

Da in der hiesigen BGS, z. B. keine Geburten durchgeführt werden können, wird der künftige Neubau schon jetzt von den fünf Mitarbeitern als Gewinn betrachtet. Wie enorm wichtig eine medizinische Versorgung ist, verdeutlichte das Gespräch mit den Mitarbeitern, die uns prompt baten uns einen weiteren ca. 8 km entfernten „Platz“ für eine BGS anzuschauen. Dieser Bitte sind wir nach der Besichtigung unseres Projektes im Krankenhaus in Peam Chor der Kategorie 1 sehr gerne nachgekommen.

Im Krankenhaus selbst haben wir eine Entbindungsklinik gebaut, in der seit 2018 unter sehr guten Bedingungen Frauen ihre Kinder zur Welt bringen können. Wir hatten das Glück gleich zwei Neugeborene mit ihren strahlenden Müttern kennenzulernen. Besonders wertgeschätzt werden von dem Krankenhauspersonal, die von uns finanzierten Blutanalysegeräte. So ist es nun möglich z. B. viel schneller Dengue-Fieber oder Diabetes zu diagnostizieren, was sich positiv auf einen Behandlungsverlauf auswirkt.

 

Abschließend können wir heute nur feststellen, dass wir von den freundlichen Menschen in dieser sehr ländlichen Region sehr beeindruckt sind und unsere Projekte in den besten Händen wissen.

 

Herzliche Grüße

Ihr Einsatzteam

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