Friedensdorf-Hilfe als letzte Hoffnung

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Friedensdorf-Leiter Kevin Dahlbruch bei der Ankuft der Kinder am Flughafen.

Friedensdorf-Team kehrt mit kranken und verletzten Kindern aus Afghanistan und Zentralasien zurück

Bis vor Kurzem befanden sich Friedensdorf-Leiter Kevin Dahlbruch und Friedensdorf-Mitarbeiterin Eva Kammhuber zur Vorbereitung des aktuellen Hilfseinsatzes in der afghanischen Hauptstadt Kabul und berichteten jetzt, dass sich die Situation vor Ort dramatisch verschlechtert hat.

Allein die amerikanische Luftwaffe warf 2019 nach eigenen Angaben mehr als 7.400 Bomben auf Afghanistan ab. Nach UNO-Angaben befanden sich unter den Opfern 31 Prozent mehr Zivilisten als 2018. Nachdem US-Präsident Donald Trump den Einsatz von Landminen für das amerikanische Militär vor kurzem wieder erlaubt hat, befürchtet Friedensdorf International, dass sich nun die Zahl der Verletzten und Toten durch Minen erhöht und erinnert sich an viele betroffene Familien bei vergangenen Einsätzen.

Zudem mussten nach Angaben des afghanischen Gesundheitsministeriums im vergangenen Jahr 162 Gesundheitszentren schließen, 52 davon wurden durch den andauernden Konflikt zerstört. Viele Menschen erhalten infolgedessen keine ausreichende Erstversorgung. Dies spiegelte sich auch in den Kindervorstellungen wieder. Unserem Einsatzteam wurden dieses Mal besonders viele Kinder mit erheblichen Knochenentzündungen vorgestellt. „Obwohl der Bedarf immer höher wird, mussten wir leider viele Familien auf den nächsten Hilfseinsatz im August vertrösten. Denn in Deutschland gibt es nur eine begrenzte Anzahl an Kliniken, die Kinder auf eigene Kosten behandeln. Wir können nur an alle Krankenhäuser appellieren zu überlegen, ob sie nicht auch Kinder behandeln können. Ohne die Hilfe aus Deutschland haben diese Kinder keine Chance!“, so Kevin Dahlbruch.

Die Geschichte von dem ehemaligen Friedensdorf-Schützling Mahmood gibt Hoffnung und zeigt, dass sich der unermüdliche Einsatz für jedes Kind lohnt. Er erzählte beim Wiedersehen in Kabul, dass bevor er nach Deutschland kam, ihm die Ärzte in Afghanistan sein linkes Bein wegen einer massiven Knochenentzündung amputieren wollten. In Deutschland konnte durch viele Operationen sein Bein erhalten werden. „Alle waren so freundlich und haben mir geholfen. So hatte ich die Idee, als ich nach Hause zurückkehrte, Arzt zu werden. Jetzt studiere ich im 1. Semester Medizin und möchte später als Orthopäde vor allem Kindern helfen“, sagte Mahmood.

Unser Einsatzteam berichtete auch von der beschwerlichen Reise von Abdul und seinem Vater. „Mit dem Auto fuhren sie aus der Provinz Oruzghan nach Kabul. Für die fast 400 km brauchten sie 18 Tage, denn die ohnehin schlechten Straßen waren entweder wegen der Schneemassen oder aufgrund der Kampfhandlungen zwischen Regierungstruppen und Taliban nicht täglich passierbar“, erzählte Eva Kammhuber. Nun ist Abdul mit 73 weiteren Kindern am 12. Februar in Deutschland angekommen und erhält die dringende medizinische Behandlung. Darunter sind auch kleine Patienten aus Usbekistan, Tadschikistan und Kirgistan.

Mehrere schwerverletzte Kinder wurden von Fahrern vom DRK und BRK in bundesweite Krankenhäuser gefahren. Die anderen Kinder wurden mit Bussen der Oberhausener Verkehrsbetriebe STOAG zunächst in die Heim- und Pflegeeinrichtung von Friedensdorf International gebracht.

Der Charterflug wurde wieder durch die Benefizaktion des Bayerischen Rundfunks – „Sternstunden e. V.“ – finanziert.

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