Hilfe für Angola

Friedensdorf verschickt Hilfsgüter nach Angola

Kürzlich erreichte eine Hilfsgütersendung von Friedensdorf International den Flughafen der angolanischen Hauptstadt Luanda. Im Bauch einer Frachtmaschine der TAAG Angola Airlines befanden sich unter anderem wichtige Hilfsgüter, die das Friedensdorf an seine angolanische Partnerorganisation „Kimbo Liombembwa“ verschickt hat und nun vor Ort verteilt werden.

Neben dringend benötigten Dauermedikamenten für ehemalige Patienten beinhaltet die Sendung auch Hilfsmittel wie Verbandsmaterial, Salben und isotonische Brausetabletten. Hinzu kommen Mundschutze sowie Handschuhe, die in Zeiten von Corona besonders wichtig sind. Auch in Angola breitet sich die Atemwegserkrankung Covid-19 aus. Am 21. März 2020 wurden die ersten zwei Infektionsfälle durch das angolanische Gesundheitsministerium bestätigt. Aktuell gibt es über 260 bestätigte Fälle und elf Todesfälle. Doch das Gesundheitssystem ist sehr fragil – neben genügend Schutzausrüstung fehlt es auch an ausreichend Test-Sets. Gesundheitsexperten befürchten daher, dass die Fall-Zahlen viel höher liegen könnten.

Schon vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie war das Leben für den Großteil der angolanischen Bevölkerung hart. Viele Angolaner können sich nicht genug zu essen leisten und haben kaum Zugang zu medizinischer Versorgung. Und das obwohl Angola ein reiches Erdöl-Vorkommen hat. Doch das Land ist von seinen Rohöl-Exporten abhängig und hat schon seit einigen Jahren mit sinkenden Öl-Preisen zu kämpfen. Infolge der Corona-Pandemie wurde die Produktion gedrosselt – die Preise brechen weiter ein. Die aktuelle Krise wird wahrscheinlich dazu führen, dass die Armut weiterwächst und das Leben für viele Angolaner noch schwieriger wird. Versammlungsverbote, Kontakt- sowie Ausgangsbeschränkungen sollen die Menschen vor dem Coronavirus schützen, doch für viele Angolaner sind diese Maßnahmen kaum umsetzbar und führen dazu, dass sie kein Geld verdienen können, um ihre Familien zu versorgen. Schlechte hygienische Bedingungen und kaum Zugang zu sauberem Wasser tun ihr übriges.

Hintergrund:

Friedensdorf International hilft bereits seit 1994 in Angola. Zweimal im Jahr werden angolanische Kinder zur medizinischen Behandlung nach Deutschland geholt – mit an Bord sind auch immer Hilfsgütersendungen. Der nächste Hilfseinsatz für angolanische Patenten war für Mitte Mai geplant, doch aufgrund der Corona-Pandemie kann dieser vorerst nicht stattfinden. Das bedeutet auch, dass viele Kinder, die eine dringende medizinische Behandlung benötigen, auf diese noch warten müssen.

 

Foto: Kerstin Bögeholz

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