#SpendenStattVernichten hilft Kindern aus Kriegs- und Krisengebieten

Im Friedensdorf gibt es einen großen Bedarf an Kinderkleidung (Foto: Jens Braune del Angel)
Friedensdorf International begrüßt Umsatzsteuer-Verzicht bei Kleiderspenden

Die Lager vieler Modegeschäfte platzen aktuell aus allen Nähten. Der Grund für die vielen Mengen an unverkaufter Kleidung ist der anhaltende Corona-Lockdown. Der Einzelhandel ist seit dem 16. Dezember 2020 geschlossen und der Verkauf über den Online-Bereich boomt zwar, aber kann die Ladenschließungen nicht vollends kompensieren. Die Händler bleiben also auf großen Mengen an Winterjacken, Pullovern und Schuhen sitzen. Gleichzeitig stehen schon die neuen Frühjahrs- und Sommer-Kollektionen in den Startlöchern, die eigentlich längst in den noch geschlossenen Läden verkauft werden müssen. Der Handel steht also vor der Frage: Wohin mit der überschüssigen Ware?

Eine Möglichkeit wäre es, die Textilien an gemeinnützige Organisationen oder karitative Einrichtungen zu spenden. Jedoch fallen dabei Umsatzsteuern in Höhe von 19 Prozent an, während das Vernichten der Ware kostengünstiger ist. Insbesondere in Corona-Zeiten, wo Händler oft um die eigene Existenz bangen, entscheiden sich daher viele mit der Vernichtung für die günstigere Alternative. Dass dies nicht nachhaltig ist und ein absoluter Fehlanreiz im deutschen Steuerrecht, haben auch die Grünen, der Paritätische Wohlfahrts- sowie der deutsche Handelsverband erkannt. Mit der Initiative „Spenden statt Vernichten“ fordern sie von Bundesfinanzminister Olaf Scholz daher die Abschaffung der Umsatzsteuer auf Textilspenden. Mittlerweile hat Olaf Scholz laut einem Bericht von RTL darauf reagiert und will Einzelhändlern bis zum 31. Dezember 2021 die Umsatzsteuer auf gespendete Kleidung erlassen. Doch Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt und die Verbände fordern eine langfristige und dauerhafte Lösung.

Die gespendeten Textilien könnten auch bei Friedensdorf International viel Gutes tun. Ob für die Kinder, die in der Oberhausener Heimeinrichtung untergebracht sind oder als Hilfsgüter für Partnerländer wie Angola oder Afghanistan – gut erhaltene T-Shirts, Pullover, Jacken, Schuhe oder Hosen sowohl für Kinder als auch Erwachsene werden dringend benötigt. Denn wenn die verletzten und kranken Kinder zur medizinischen Behandlung hier in Deutschland ankommen, haben sie nur das dabei, was sie am Leib tragen. Auch in den Heimatländern der Kinder, in die regelmäßig Hilfsgüter gesendet werden, helfen gespendete Textilien die Not der Menschen vor Ort etwas zu lindern. Kleidung, die weder für die Friedensdorf-Schützlinge noch für Hilfsgütersendungen genutzt werden kann, verkauft das Friedensdorf in seinen zwei Secondhandläden in Oberhausen. Der Erlös aus den Friedensdorf-Interläden kommt selbstverständlich der Hilfe für kranke und verletzte Kinder in und aus Kriegs- und Krisengebieten zugute. „Bereits vor 25 Jahren eröffneten wir unseren ersten Secondhandladen in Oberhausen. Etwa elf Jahre später den zweiten. Schon damals haben wir erkannt, dass dies nicht nur ein gutes Angebot für Menschen mit einem kleinen Geldbeutel ist, sondern insbesondere auch nachhaltig und umweltbewusst. Secondhand zu kaufen, schont Ressourcen und ist daher ein Statement gegen unsere Wegwerfgesellschaft“, erklärt Friedensdorf-Mitarbeiterin Sarah Beckmann.

„Wir würden eine dauerhafte Abschaffung der Umsatzsteuer auf Kleiderspenden daher sehr begrüßen. Denn so könnten uns Händler überschüssige Textilien spenden und damit etwas Gutes tun, anstatt diese vernichten zu müssen, weil dies kostengünstiger ist. Wir würden uns auch sehr freuen, wenn dies auf weitere Handelsbereiche ausgeweitet wird. Denn um die Friedensdorf-Arbeit ein Stück weit sicher zu stellen, wurde für alle Arbeitsbereiche, beispielsweise auch für das Inventar aller Räumlichkeiten, schon immer auf Sachspenden zurückgegriffen. Auch Haushalts-, Deko- oder Saisonartikel können wir hier gebrauchen. Wir freuen uns in jedem Fall über eine Kontaktaufnahme über 02064-4974-0“, ergänzt Sarah Beckmann.

Auch Haushaltswaren werden im Friedensdorf benötigt, beispielsweise für die Lernküche (Foto: Jakob Studnar)

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