Eindrücke unseres Teams aus Afghanistan

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Am 10. Dezember sind Friedensdorf-Mitarbeiterin Claudia Peppmüller und der Journalist Jan Jessen nach Afghanistan geflogen. In Afghanistan droht eine humanitäre Katastrophe. Nach dem Rückzug der internationalen Gemeinschaft und der Machtübernahme der Taliban im Sommer dieses Jahres, spitzt sich die durch eine monatelange Dürre ohnehin angespannte Ernährungssituation der Bevölkerung dramatisch zu. Mindestens die Hälfte der Menschen ist akut von Hunger bedroht. Friedensdorf International hilft in dieser Situation in Kooperation mit dem Afghanischen Roten Halbmond mit einer Lebensmittel-Aktion. Am Morgen des 11. Dezember sind die letzten Grundnahrungsmittel eingetroffen. Hier schildern Claudia Peppmüller und Jan Jessen ihre Eindrücke von der Situation vor Ort.

Kabul, 12.12.2021

Lebensmittel-Verteilaktion im Projekt Marastoon

Hallo Deutschland,

im Marastoon leben alleinerziehende Mütter mit ihren Kindern. Viele der Frauen hatten Männer, die beim Militär waren und im Kampf gegen die Taliban gefallen sind. Die Frauen machen im Projekt Näh-oder Computerkurse, um nach drei Jahren außerhalb Beschäftigung und Einkommen zu haben. Bislang wird das Marastoon von dem afghanischen Roten Halbmond mit Einverständnis der neuen Regierung weitergeführt, Chef ist jetzt ein Anhänger der Taliban. Wie so viele andere Menschen in Afghanistan haben die Frauen seit August ihre ohnehin bescheidenen Gehälter nicht mehr bekommen und mussten sich deswegen Geld leihen, um ihre Kinder ernähren zu können. Die Lebensmittel, die von uns finanziert wurden, helfen mehrere Wochen. Die Freude war entsprechend groß.

Euer Friedensdorf-Team

Kabul, 14.12.2021

Hallo Deutschland,

gestern haben wir die Lebensmittelverteilung an hunderte bedürftige Familien in einer Außenstelle unseres Partners in Kabul fortgesetzt. Täglich steigen die Preise für Lebensmittel, Benzin oder Gas. "Wir werden alle sterben, wenn keine Hilfe kommt", war die Botschaft vieler Menschen mit denen wir gesprochen haben. Für sie sind diese Lebensmittel nicht nur ein Zeichen, dass man sie nicht vergessen hat, sondern eine große Hilfe einen Monat lang nicht hungern zu müssen. Eine junge Mutter zweier Kinder umarmte unsere Mitarbeiterin und flüsterte ihr ins Ohr, dass sie es damit sogar schaffen wird, zwei Monate zu überleben.

Euer Friedensdorf-Team

One Response

  1. Birgit Seubert
    | Antworten

    Zwischen vertrauten Partnern gelingt vieles in kurzer Zeit trotz allerschwierigster Umstände.

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