Petra Buttenbruch-Jacobs – Duisburg

Petra Buttenbruch-Jacobs beim Besuch von Jazz-Trompeter Till Brönner im Friedensdorf

Petra Buttenbruch-Jacobs – Duisburg

Wie kamen Sie ins Friedensdorf?

Während meiner Tätigkeit bei Hewlett Packard hatte mir mein Arbeitgeber ermöglicht, während meiner Arbeitszeit acht Stunden im Quartal ehrenamtlich aktiv zu sein. So hatte sich eine nette Hewlett Packard-Gruppe für das Friedensdorf zusammen gefunden. Wir haben alles gemacht: Unkraut gezupft, PCs installiert, eine bunte Wand am Spielplatz gestrichen und so vieles mehr.

Nachdem ich das Unternehmen verlassen hatte, wollte ich weiterhin etwas Sinnvolles tun, was mein Herz berührt. Daraufhin habe ich das Ehrenamtler-Seminar im Friedensdorf besucht und unterstütze seitdem regelmäßig im Reha-Bereich sowie bei der Betreuung der Kinder in den Krankenhäusern.

 

Was ist Ihre Motivation für ein Ehrenamt im Friedensdorf?

Ich bin medizinisch interessiert und kann es gut aushalten, die schweren Verletzungen und Erkrankungen der Kinder zu sehen, die man hier in Deutschland auch nicht alle Tage zu Gesicht bekommt. Bei meinem Ehrenamt in der Reha lerne ich schnell einen Großteil der Friedensdorf-Kinder kennen – dies hilft mir vor allem, wenn ich diese Kinder auch im Rahmen der Krankenhausbetreuung besuche. Darüber hinaus arbeitet in der Reha ein tolles Team, dass immer positiv bleibt, obwohl der Genesungsweg der Kinder selbstverständlich mit Schmerzen und unangenehmen Behandlungen verbunden ist. Gemeinsam tun wir alles, damit die Kinder gerne in die Reha kommen und das Wartezimmer mit Leben füllen. Dazu gehören trösten, Streit schlichten, ein höfliches und freundliches Miteinander fördern, Musik hören, singen und gemeinsam spielen, um die Wartezeit fröhlich zu gestalten.

 

Welche Momente haben Sie besonders berührt?

Es gibt so viele Momente, die berühren und mich zu Tränen rühren. Zum Beispiel, wenn nach einer Operation die Fortschritte sichtbar werden. Dadurch erhalten die Kinder oft eine ganz neue Lebensqualität und blühen im Laufe ihres Aufenthaltes auf.

Einmal habe ich mit Kindern besprochen, dass bald neue kleine Patientinnen und Patienten kommen und sie diesen helfen können. Weil alles ungewohnt und vielleicht auch beängstigend ist, sollten sie die Neuankömmlinge in der ersten Zeit besonders unterstützen. Da sagte eines der Mädchen zu mir: „Als ich ankam, da warst Du für mich da, das war sehr gut für mich“. Darüber habe ich mich sehr gefreut.

Ein weiterer schöner Moment war der Besuch des Jazz-Trompeters Till Brönner, der auch als Fotograf aktiv ist. Während seines Besuches im Friedensdorf entstand unter anderem ein Foto von einem Jungen mit schweren Brandnarben im Gesicht. Dieses Foto schaffte es auch in Till Brönner’s Ausstellung „Melting Pott“ in dem Duisburger Museum Küppersmühle für Moderne Kunst.

 

Was wünschen Sie dem Friedensdorf für die Zukunft?

Die aktuellen Entwicklungen in Afghanistan sind nicht nur aus humanitärer Sicht schwer auszuhalten. Ich hoffe, das Friedensdorf kann dort weiterhin unterstützen und das Leid der Menschen lindern. Ich wünsche mir, dass die Spendenbereitschaft nicht abnimmt und sich noch mehr Krankenhäuser für das Friedensdorf engagieren.

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