Annette Heinrichs-Bittner – Hünxe

Annette Heinrichs-Bittner zusammen mit Till Brönner und Friedensdorf-Kindern im Lernhaus.

Annette Heinrichs-Bittner – Hünxe

Wie kamen Sie ins Friedensdorf?

Wann genau das Friedensdorf in mein Bewusstsein trat, kann ich gar nicht mehr konkret sagen, weil es doch ziemlich lange her ist. Ich erinnere mich jedoch genau an den ersten Besuch von Friedensdorf-Kindern, kurz nachdem ich als Lehrerin an die Grundschule Karl-Vogels-Schule Hünxe wechselte. Da stiegen dann Kinder mit diversen Verletzungen und körperlichen Behinderungen, die die deutsche Sprache kaum beherrschten, aus dem Bus, und was geschah? Nach kurzem Kennenlernen spielten die Friedensdorf-Kinder und unsere Schüler*innen alle friedlich zusammen, als sei das eine Selbstverständlichkeit! Das war für meine Kolleg*innen und mich ein beeindruckendes Erlebnis. Leider konnten dann aus versicherungstechnischen Gründen die Besuche der Friedensdorf-Kinder nicht fortgesetzt werden. Im Mai 2006 begannen wir mit Sponsorenläufen unserer Schüler*innen, deren Erlös dann der Hilfe des Friedensdorfes zugutekam. Außerdem folgten immer wieder Info-Rundgänge unserer Schüler*innen im Friedensdorf. Noch heute steht im Eingangsbereich der Karl-Vogels-Schule Hünxe eine Schautafel über das Friedensdorf, die immer wieder aktualisiert wird.

 

Was ist Ihre Motivation für ein Ehrenamt im Friedensdorf?

Nach meiner Pensionierung war mir klar, dass ich weiterhin für das Friedensdorf aktiv sein wollte und begann Ende 2016 mit einer ehrenamtlichen Tätigkeit im Lernhaus. Und obwohl ich in meinem Leben als Lehrerin viele tolle, wissbegierige Kinder kennengelernt habe, so ist es bei den Friedensdorf-Kindern noch etwas anderes. Die Kinder hier scheinen zu wissen, ohne dass es ihnen zuvor erläutert wurde, wie wichtig Bildung im weitesten Sinne ist! So schreiben, lesen, rechnen, gestalten oder spielen wir gemeinsam und ich versuche auf jedes Kind möglichst individuell einzugehen. Besonders schön ist die gemeinsame Arbeit an Projekten, beispielsweise zum Thema Freundschaft oder Frieden. Ein weiterer schöner Moment war 2019 der Besuch von Star-Trompeter Till Brönner. Mir ist wichtig, dass die Kinder Freude an unserer gemeinsamen Zeit im Lernhaus haben und wenn das Wetter es zulässt, spielen wir gerne draußen, gehen in den Lehrgarten oder machen ein kleines Picknick auf dem Spielplatz.

 

Was wünschen Sie dem Friedensdorf für die Zukunft?

Ich möchte mein Ehrenamt für die Friedensdorf-Kinder nicht missen, obwohl uns die Corona-Pandemie nun schon seit einiger Zeit auf eine harte Probe stellt. Diese Herausforderung versuchen wir zu lösen, indem ich verschiedene Arbeitsblätter ins Lernhaus bringe, sie nach einiger Zeit wieder abhole, nachschaue und durch neue ersetze. Aber ich gebe zu, die Liebenswürdigkeit der Kinder in all ihren Facetten, die intensiven Gespräche mit vielen Mitarbeiter*innen und anderen Ehrenamtler*innen fehlen mir sehr und ich hoffe auf eine möglichst baldige Rückkehr zur „Normalität".

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