So weit weg und doch so nah

Jungs machen Quatsch im Friedensdorf (Foto: Torsten Silz).

Friedensdorf zum Internationalen Kindertag

5.172 Kilometer Luftlinie ist Kabul von Oberhausen entfernt. Luanda, die Hauptstadt Angolas, sogar rund 6.700 Kilometer. Für die afghanischen und angolanischen Kinder im Friedensdorf eine Weltreise, aber meist auch ihre einzige Chance zu bekommen, was eines ihrer grundlegenden Rechte ist: eine medizinische Behandlung. Am heutigen Internationalen Kindertag, daran zu erinnern, macht diesen Umstand nicht besser, aber bewusster. Es lässt tausende Kilometer zu einem Katzensprung zusammenschrumpfen.

Und mehr noch: Wer einmal den Kindern im Friedensdorf begegnet ist, für den sind Angola, Afghanistan, Tadschikistan, Usbekistan, Kirgistan und Gambia plötzlich ganz nah. Und die Kinder, über deren Schicksale in den Medien berichtet oder auch nicht berichtet wird, haben plötzlich Namen: Shakzoda, Safiullah und Paulina zum Beispiel. Die Mitarbeiter*innen des Heim- und Rehabereiches im Friedensdorf sind jeden Tag mit diesen Kindern zusammen, mit ihnen verbunden, begleiten sie ein Stück auf ihrem Weg, unterstützen sie beim Gesundwerden, sehen sie lachen und weinen, geben ihnen Halt im Heimweh. Denn dieser eine Schmerz kann und soll nicht geheilt werden. Es ist oberstes Prinzip der Friedensdorf-Arbeit, dass die Kinder wieder zu ihren Familien zurückkehren, in ihre Heimat, in ihren Kulturkreis.

Praktikant*innen helfen

Wer im Friedensdorf aktiv ist, muss deswegen zweierlei können: Sich auf diese besondere und nicht immer einfache Arbeit einlassen und später wieder loslassen. Gewiss eine Herausforderung, bei der sich die hauptamtlichen Mitarbeiter*innen aktuell über zusätzliche Unterstützung freuen würden. Wer sich darin ausprobieren und gleichzeitig noch über seinen Tellerrand schauen möchte, für den bietet ein Praktikum im Friedensdorf optimale Voraussetzungen. Ob im Heim- und Pflegebereich in unmittelbarer Nähe zu den Kindern, in der Hauswirtschaft, der Dorfmeisterei, beim Fahrdienst, im Bildungswerk, in der Krankenhaus- oder Öffentlichkeitsabteilung – die Möglichkeiten sich einzubringen sind vielfältig. Voraussetzung dafür ist, dass Praktikumswillige 18 Jahre oder älter und mindestens drei, bei einer Tätigkeit im direkten Kontakt mit den Kindern mindestens sechs Monate Zeit haben. Und bereit sind, wirklich mit anzupacken. Ein Praktikum im Friedensdorf, insbesondere eines im direkten Umgang mit den Kindern, bedeutet mehr als nur Zuschauen. Im Gegenzug lässt sich die wertvolle Erfahrung machen, dass Afghanistan und Angola gar nicht mehrere tausend Kilometer, sondern eben nur einen Katzensprung entfernt sind. Und dass Internationaler Kindertag nicht nur einmal im Jahr, sondern jeden Tag gelebt werden kann.

 

Kontakt für ein Praktikum im Friedensdorf:

Freiwilligenbüro von Friedensdorf International

Email: freiwillige@friedensdorf.de

Telefon: 02064/49740

 

Ein Kleinkind wird gefüttert (Foto: Jakob Studnar).

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