Eindrücke aus Tadschikistan

Viele Familien kamen mit ihren kranken Kindern zu den Kindervorstellungen in Duschanbe. 

Am Morgen des 5. Juni ist das Einsatzteam, bestehend aus Birgit Hellmuth, Hikmat Yorov und Claudia Peppmüller, nach Tadschikistan geflogen. In diesem Blog schildern sie ihre Erlebnisse vor Ort.

Duschanbe, 06.06.2022

 

Endlich! Nach genau drei Jahren sind wir in den frühen Morgenstunden in der tadschikischen Hauptstadt Duschanbe gelandet. Die ersten kranken Kinder haben sich bereits vorgestellt. Ein ehemaliges Friedensdorf-Kind, welches in der Nähe des Projektgebäudes unserer Partnerorganisation wohnt, hat von unserem Aufenthalt erfahren und kam sofort nach der Schule zu uns, um zu berichten, dass es ihm gut geht. Er sieht sich in der Zukunft schon als Mathematiklehrer.

Kuljab, 07.06.2022

 

Gerade haben wir das letzte kranke Kind in Kuljab verabschiedet. "Chaloz (Schluss) für heute", erklärt uns unser Partner. Es war ein ereignisreicher Tag, denn zuerst waren wir in einer kleinen Stadt im Bezirk Hamadoni, welche ca. 6 km entfernt von der afghanischen Grenze liegt. Hier wurden uns zum ersten Mal kranke Kinder vorgestellt. Auch hier handelt es sich wie in Kuljab um ein Projekt, welches sich um geistig und körperbehinderte Kinder kümmert.

Muminobod, 08.06.2022

 

Die jüngste Patientin, die uns heute in den Räumlichkeiten der städtischen Klinik in der Region Muminobod vorgestellt wurde, ist gerade mal 18 Tage alt. Die kleine Stadt mit sehr dörflichem Charakter liegt ca. drei Autostunden von der tadschikischen Hauptstadt entfernt. In dieser Region leben die Menschen von der Landwirtschaft, die fast ausschließlich mit den eigenen Händen betrieben wird. Jedes Familienmitglied muss mithelfen - die Kinder kümmern sich z.B. um das Vieh, während die Eltern mit der Spitzhacke das Feld bestellen. Selbst bei den aktuell fast 40 Grad im Süden des Landes wird hart gearbeitet ohne zu meckern. "Ohne diese Einstellung können wir nicht überleben ", fasst unser Partner zusammen. Wir danken ganz herzlich allen, die gemeinsam für eine gesunde Zukunft der tadschickischen Kinder mit uns zusammenarbeiten.

Kurgan-Tjube, 09.06.2022

 

"Bei uns ist alles bio," erklärt Safar schmunzelnd. Er hat Recht, es bleibt fast nichts unverwertet. Der Kuhmist z.B. dient hier nicht nur als Dünger für die Felder, sondern auch als Heizmaterial im Winter. In den ländlichen Gebieten finden sich vor fast jeder Hauswand kleine wohlgeformte Kuhfladen, die erst, wenn sie getrocknet sind im Schuppen gelagert werden. In den kalten Wintermonaten kommen sie in sämtlichen Öfen zum Einsatz. Günstiger kann man sein Haus nicht wärmen oder kochen.

Qubodijon, 12.06.2022

 

An die 1500 km sind wir gefahren, um uns kranke und verletzte Kinder im Süden des Landes anzuschauen - zuletzt in Qubodijon ( nahe der usbekischen Grenze) und in Djaihun (direkt an der afghanischen Grenze). Bei brütender Hitze, oftmals über 40 Grad, haben viele Familien geduldig mit ihren kranken Kindern vor und in den Gebäuden, die uns für die Kindervorstellung zur Verfügung gestellt wurden, gewartet. Das größte Problem in Tadschikistan ist die Armut, bis zu 80 % der Menschen geht keiner geregelten Arbeit nach.Eine medizinische Behandlung für ihre Kinder und für sich können sie somit nicht finanzieren. Erschwerend kommt hinzu, dass aufgrund der Pandemie Hilfsorganisationen ihre Arbeit eingestellt haben. Das Leben der Tadschiken ist hart, aber sie lassen sich nicht unterkriegen. Das haben wir in jeder Kindervorstellung erfahren.

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