Willi Cihak – Dinslaken

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Vor dem Start seiner Benefiz-Radtour 2019 wurde Willi Cihak im Dorf von den Friedensdorf-Kindern verabschiedet.

Willi Cihak – Dinslaken

Wie sind Sie zum Friedensdorf gekommen?

Vor fast 20 Jahren bin ich auf die Arbeit des Friedensdorfes aufmerksam geworden. Der Schulfreund unseres Sohnes hat damals seinen Zivildienst beim Friedensdorf absolviert. Wir haben ihn dann auch bei Veranstaltungen im Friedensdorf, wie Dorffesten und Peace im Pott, getroffen. Als mein Rentnerdasein näherkam, kam mir die Idee, dass ich mich dort einbringen könnte. Bei dem Einführungslehrgang für Ehrenamtlerinnen und Ehrenamtler hat es mich voll gepackt. Ich konnte mir aber nicht vorstellen, direkt mit Kindern zusammenzuarbeiten (ich hatte den Eindruck, die Verletzungen würden mich nicht loslassen). Daher habe ich mich für den Fahrdienst gemeldet. Es dauerte fast ein Jahr, bis ich damit umgehen konnte. Es bewegt mich immer noch sehr, wenn ich die Kinder mit ihren Verletzungen sehe. Aber ich merke, das „berührt sein von den Verletzungen der Kinder“ passiert in meinem Kopf. Die Kinder haben untereinander keine Scheu. Sie sind alle fröhlich und lebensfroh.

 

Was ist Ihre Motivation für ein Ehrenamt im Friedensdorf?

Zu sehen, wie sich die Kinder des Friedensdorfes freuen und wieder gesund werden. Auf das Friedensdorf aufmerksam machen. Meinem Leben einen weiteren Sinn hinzufügen.

 

Wie entstand die Idee für eine Radtour zugunsten des Friedensdorfes?

Als Jugendlicher, vor mehr als 55 Jahren, bin ich mit dem Rad zu meinen Verwandten in den Kreis Bad Segeberg (Schleswig-Holstein) geradelt. Zu meinem 70. Geburtstag habe ich mir 2019 die Radtour noch einmal geschenkt. Jetzt als gesponsorte Radtour zugunsten des Friedensdorfes. Der Hauptsponsor der Radtour 2019 fragte mich Ende 2021, ob ich in 2022 wieder eine Radtour machen wolle – er sei wieder als Sponsor dabei. Jetzt wird die Radtour 2022 unter dem Motto „Willi radelt wieder“ geplant. Wahrscheinlich wird es wieder eine ähnliche Strecke. Sie hängt von den Punkten und Besuchen ab, die ich für das Friedensdorf und auch den Hauptsponsor „anfahre“. Vielleicht hilft dieses Interview, auf der Radtour im August 2022 etliche Unterstützer*innen oder auch Freundeskreise mit mir zusammen auf das Fahrrad zu bekommen, um für das Friedensdorf zu werben. Jeder Kilometer, den ich nicht alleine radele, macht das Friedensdorf bekannter. Unterstützer*innen – auch wenn es (nur) für ein paar Kilometer ist – sind auf der Tour gerne willkommen.

 

Welche Momente haben Sie besonders berührt?

Gleich zu Beginn meiner Fahrrad-Tour 2019 habe ich ein kleines angolanisches Mädchen in einem Krankenhaus in Nordhorn besucht. Dort traf ich auch die Mitglieder des Freundeskreises Nordhorn. Wir haben uns intensiv ausgetauscht. Mich hat der Einsatz dieser Menschen beeindruckt. Es sind Kontakte entstanden, die seitdem immer wieder gepflegt werden. Wir haben uns auch auf Festen im Friedensdorf getroffen. Durch den Bericht meiner Radtour 2019 in einer Zeitung in Bad Segeberg wurde ich mehrmals von „wildfremden“ Leuten angesprochen: „Bist du nicht der aus der Zeitung?“. Daraus ergaben sich oftmals längere Gespräche über das Friedensdorf.

Von meiner Tochter und meinem Sohn habe ich zu meinem 70. Geburtstag eine Aufgabenliste mit zehn Aufgaben bekommen, deren Erfüllung jeweils mit einem Geldbetrag als Spende für das Friedensdorf versehen war. Gleich die erste Aufgabe hatte es in sich und hat mich die ganze Radtour beschäftigt: „Nimm dir Zettel, Stift und etwas Zeit. Schreibe die dir drei wichtigsten Dinge im Leben auf, um glücklich zu sein.“ Während der zwei Wochen meiner Tour kreisten meine Gedanken um diese Frage. In den nachfolgenden drei Wochen habe ich dann für mich die drei wichtigsten Dinge herausgearbeitet. Mit maßgebend war auch das Friedensdorf bzw. der Gedanke des Friedensdorfes und die Kinder des Friedensdorfes. Diese Frage bzw. die Antwort begleiten mich seitdem.

 

Was wünschen Sie dem Friedensdorf für die Zukunft?

Einen hohen Bekanntheitsgrad, viele Freund*innen und Ehrenamtler*innen, die den Gedanken des Friedensdorfes selber umsetzen und publik machen.

One Response

  1. Axel Rüenholl
    | Antworten

    Es tut gut zu erleben, dass es in der heutigen Zeit auch noch viele Menschen gibt, die
    nicht nur an sich denken und ein großes Herz für andere haben.

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