Hunger, Konflikt, Frieden

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Foto: André Hirtz/ FUNKE Fotos Services

Friedensdorf warnt am Weltfriedenstag vor zunehmender Instabilität

Frieden ist ein fragiler Zustand. Frieden ist weder selbstverständlich noch einfach so gegeben. Für Millionen Menschen weltweit war, ist und bleibt ein friedvolles Leben leider ein entfernter Wunschgedanke. Der heutige internationale Tag des Friedens bietet die Gelegenheit, um sich dies bewusst zu machen. In diesem Jahr dürfte die Bilanz, wie es um den Frieden in der Welt bestellt ist, einmal mehr ernüchternd ausfallen. Mit dem Krieg in der Ukraine ist das Leben weiterer Millionen Menschen akut durch kriegerische Auseinandersetzungen bedroht. Als wäre dieser Umstand nicht schlimm genug, hat der Krieg auch weitreichende Folgen für die globale Bevölkerung.

 

Zurzeit wird aus der Ukraine kaum noch Getreide exportiert, der Weltmarktpreis für Weizen steigt in schwindelerregende Höhen. Dabei sind Millionen Menschen weltweit dringend auf die Getreidelieferungen aus der Ukraine angewiesen. Der Hunger in der Welt wächst – und damit auch die Gefahr, dass sich auch in zurzeit friedlichen Gebieten Unruhen ausbreiten und in gewaltsame Auseinandersetzungen münden könnten. Welche Folgen kann es dann haben, wenn ein ganzes Volk unter extremem Hunger leidet und keinen Ausweg mehr aus seiner Misere sieht? Diese Frage stellt sich das Friedensdorf aktuell mit Blick auf seine Partnerländer. Dort ist nicht nur eine medizinische Versorgung, sondern auch eine geregelte Mahlzeit nicht selbstverständlich. Mit größter Sorge blickt das Friedensdorf nach Afghanistan, wo fast die komplette Bevölkerung hungert.

 

Friedensdorf in Sorge um seine Partner

Im August war das Friedensdorf-Team bei seiner Projekt-Reise nach Afghanistan beeindruckt, wie die Menschen in dieser katastrophalen Lage nicht den Mut und die Hoffnung auf eine Verbesserung ihrer Lebenslage verlieren. Doch was passiert, wenn der Hunger eines Tages übermächtig wird? Was passiert, wenn die Menschen keinen Ausweg mehr aus ihrer Notlage sehen? Dann könnte sich die ohnehin desolate Lage in Afghanistan weiter verschlimmern. Mehr Ernährungssicherheit würde nicht nur die Notlage der Menschen verbessern und den Millionen Kindern ein gesundes Leben und eine Perspektive in ihrem Land ermöglichen, sondern auch die Chance auf Stabilität aufrechterhalten. Auch um die Stabilität von Afghanistans Nachbarländern, wie z.B. Tadschikistan, sorgt sich das Friedensdorf. Dort ist aktuell ein Grenzkonflikt zum Nachbarland Kirgistan wieder aufgeflammt. Bereits mehrere hundert Menschen sind den schweren Gefechten zum Opfer gefallen. Aus Tadschikistan kommen seit 2002 und aus Kirgistan seit fast zehn Jahren kranke und verletzte Kinder für eine medizinische Versorgung nach Deutschland, der Kontakt zu den jeweiligen Partnerorganisationen ist sehr eng. Eine ebenso enge Verbindung pflegt das Friedensdorf seit vielen Jahren zu seinem armenischen Partner. Dort kam es in der vergangenen Woche abermals zu gewaltsamen Auseinandersetzungen seitens der Nachbarrepublik Aserbaidschan.

 

Ob Nahrungsmittelknappheit oder erneut aufflammende Konflikte im postsowjetischen Raum im Kaukasus: Der Frieden scheint zurzeit in vielen Teilen der Welt besonders fragil. Angesichts der aktuellen politischen Weltlage ist es umso wichtiger, Zeichen zu setzen und Menschen – und besonders den Kindern – in den betroffenen Regionen zu helfen. Da das Friedensdorf weiß, dass gesicherte Ernährung und Frieden Hand in Hand gehen, möchte es seine Partnerländer weiterhin gezielt mit Lebensmitteln unterstützen. Um den Menschen über den kommenden Winter zu helfen, wird das Friedensdorf Lebensmittelverteilungen in Afghanistan und Tadschikistan organisieren. Dafür bittet es um Spenden. Zugleich zeigt das Friedensdorf-Bildungswerk weiterhin im Rahmen friedenspädagogischer Projekte, dass Frieden in unseren Köpfen beginnt. Dazu hat das Bildungswerk in den vergangenen Wochen ein Friedenstauben-Projekt durchgeführt. Heute, am Weltfriedenstag, findet das Projekt vor dem Rathaus in Dinslaken seinen Abschluss. Ab 15 Uhr geht es dort mit einer Begrüßung der Bürgermeisterin Michaela Eislöffel los, im Anschluss wird es ein spannendes und abwechslungsreiches Programm für Groß und Klein geben.

 

 

 

One Response

  1. Marlis Knappe
    | Antworten

    Durch diesen Aufruf wach geworden, wollen wir in Mayen auch gerne mit helfen und etwas auf den Weg bringen. Wir werden Köstlichkeiten aus der Küche herstellen wie Kekse, Marmelade, Honig mit Nüssen, geröstete Brotscheiben, Liköre und was uns noch einfällt und werden dieses in der Herbstzeit zwischen Erntedank und Lukasmarkt in Mayen verkaufen mit dem Erlös für Euch im Friedensdorf und den hungernden Kindern in der Welt. Wir haben nach Ideen gesucht und diese Idee kam von Petra, die auch versuchen wird unsere Köstlichkeiten in Geld umzusetzen. Evtl. machen wir auch einen kleinen Verkaufstisch zur Marktzeit. Unsere Ideen sind völlig spontan aus der Gruppe Freundschaftskreis gekommen.

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