Wegen Rückgang – Sachspenden dringend benötigt!

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70. Sachspendensammlung von Wilhelm Schevardo aus Würselen

Am 28. September bekam das Friedensdorf lieb gewordenen Besuch aus Würselen. Wilhelm Schevardo ist in der Dinslakener Zentrale des Friedensdorfes immer herzlich willkommen und er kommt auch nie mit leeren Händen, sondern wieder einmal mit einem prall gefüllten Lieferwagen. Der wurde erneut kostenlos von der Jacobs Transport GmbH aus Würselen mitsamt jungem Fahrer zur Verfügung gestellt. Das Fahrzeug war bis unter die Decke voll mit Sachspenden.

Wilhelm Schevardo macht das seit über 10 Jahren. Er lernte das Friedensdorf damals über seinen Lions Club Würselen kennen und nachdem er erfuhr, dass nicht nur Geld-, sondern auch Sachspenden benötigt werden, hatte er die Idee, zunächst in seiner Kirchengemeinde um gut erhaltene Dinge für das „Dorf“ zu bitten. Das verlief sehr erfolgreich und die Aktion wurde zu einem „Selbstläufer“ im Umkreis von 30 Kilometern um seinen Wohnort. Einen Wehrmutstropfen hat das, Wilhelm Schevardo kann seine Garage für sein Auto nicht mehr nutzen. Regelmäßig liefern Menschen dort ihre Sachspenden an und Wilhelm Schevardo kontrolliert genauestens, ob nicht doch unbrauchbare Dinge auf diesem Weg „entsorgt“ werden sollen. Er kann sich auf einen Stamm von Helferinnen und Helfern verlassen und so verlaufen die Anlieferungen der gespendeten Sachen zum Friedensdorf reibungslos. Wie jetzt wieder und Schevardo ist zurecht stolz darauf, dies zum 70. Mal in 10 Jahren geschafft zu haben. Er betreibt mittlerweile eine gut funktionierende Sammelstelle für die unterschiedlichsten Sachspenden an Friedensdorf International. Aber auch die verlässliche Hilfe aus Würselen ändert am Grundproblem wenig. Sachspenden sind deutlich rückläufig und das betrifft nicht nur das Friedensdorf, sondern alle, die auf diese Spenden angewiesen sind. Durch die aktuelle Energiekrise gibt es eine zunehmende Kaufzurückhaltung. Dadurch ist der Kreislauf in Sachen Kleiderspenden jetzt schon spürbar unterbrochen.

Dieses Problem betrifft im Friedensdorf die geplanten Hilfsgüterbestellungen und -lieferungen im Bereich Textilien beim Afghanistan Hilfseinsatz im November, den Friedensdorf Heimbereich und auch die Friedensdorf Interläden, in denen gut erhaltene Bekleidung für wenig Geld verkauft wird. Die Erlöse fließen komplett in die inhaltliche Arbeit. Dabei ist die Nachfrage nach gut erhaltenen, gebrauchten Textilien und Schuhen extrem gestiegen, weil die meisten Bürgerinnen und Bürger von den gestiegenen Lebenshaltungskosten belastet sind.

Helfen können nicht nur Spenden aus Privathaushalten oder von Firmen, sondern auch das Einrichten von Sammelstellen wie die von Wilhelm Schevardo in Würselen. Weiterhin sucht das Friedensdorf Stellplätze für Altkleidercontainer. Die können theoretisch auf jedem Privatgrundstück aufgestellt werden.

Besonders benötigte Sachspenden sind Kinder- und Erwachsenenbekleidung, Haushaltsartikel wie Bettwäsche, Handtücher oder Küchenutensilien. Eine wichtige Voraussetzung ist allerdings, dass die Spenden in einem brauchbaren, guten Zustand sind. Elektronische Geräte können aber nicht angenommen werden. Bevor allerdings eine

Sachspende in den Interläden zum Verkauf angeboten wird, werden zuerst die Schützlinge des Friedensdorfes in der Oberhausener Heimeinrichtung bedacht oder anfallende Hilfsgütersendungen in die Projektländer des Friedensdorfes zusammengestellt.

Die humanitäre Katastrophe in Afghanistan hat die schlimmsten Befürchtungen übertroffen. Es fehlen nicht nur Nahrungsmittel und medizinische Versorgungsgüter, sondern auch einfache und wärmende Kleidungsstücke. Friedensdorf International bereitet derzeit einen weiteren Hilfsflug für Afghanistan vor. Ein Friedensdorf Team war kürzlich in Kabul, um Kinder auszuwählen, die für eine medizinische Versorgung im November nach Deutschland kommen sollen.

Mit der Ankunft der neuen Kinder aus Angola im Oktober und Afghanistan im November werden nun weitere Sachspenden gebraucht. Derzeit gibt es einen sehr großen Bedarf an Schuhen für Kinder und Erwachsene. Selbst die alten Schuhe, die seit Jahren ganz hinten im Schrank stehen und schon längst nicht mehr getragen werden, sind für das Friedensdorf noch eine tolle Unterstützung. Für viele Menschen in Krisengebieten ist nicht wichtig, ob der Schuh modern ist. Sie sind schon froh, wenn Sie überhaupt etwas anziehen können und nicht Barfuß oder in löchrigen Socken herumlaufen müssen.

Alle Kleiderspenden und Gebrauchtgegenstände können in den Interläden oder in der Zentralstelle in Dinslaken abgegeben werden. Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob Ihre Spende gebraucht wird, können Sie sich gerne in der Friedensdorf-Zentrale unter 02064-4974-0 erkundigen.

Friedensdorf-Zentralstelle: Lanterstr. 21, 46539 Dinslaken

Öffnungszeiten der Sachspendenannahme:

Mo. – Fr.: 12.00 – 16.00 Uhr und Sa.: 8.00 – 15.30 Uhr

 

2 Responses

  1. Gerlinde Rutherford
    | Antworten

    Hallo,
    Darf man Sachspenden auch per Post schicken? Ich habe viel sehr gut erhaltene Makenkleidung.
    Liebe Grüße
    Gerlinde Rutherford

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