Claudia Goldau – Wesel

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Claudia Goldau – Wesel

Wie kamen Sie ins Friedensdorf?

Während meiner Ausbildung in den 80ern war ein Mitschüler ein ehemaliges Friedensdorf-Kind aus Vietnam. Darüber hinaus kannte man das Friedensdorf einfach hier in der Region. Während meiner Lehrtätigkeit am Berufskolleg Wesel intensivierte sich der Kontakt mit dem Friedensdorf über die jährliche Paketaktion für Tadschikistan. Mit meinen Schülerinnen und Schülern habe ich regelmäßig an der Aktion teilgenommen und fleißig Lebensmittel-Pakete für die bedürftigen Familien in Tadschikistan gepackt.

 

Was ist Ihre Motivation für ein Ehrenamt im Friedensdorf?

Ich finde es toll, viele Menschen kennenzulernen, die sich gemeinsam für einen guten Zweck einsetzen. Beispielsweise habe ich sehr nette und engagierte Frauen kennengelernt, als wir Stoffmasken zugunsten des Friedensdorfes genäht und verkauft haben. Dieser Austausch und Zusammenhalt in der Gruppe waren insbesondere während der Anfangszeit der Corona-Pandemie eine schöne und positive Abwechslung.

Während meiner Zeit am Berufskolleg Wesel fand ich es sehr motivierend, wichtige Themen wie Demokratie und Friedenspädagogik in den Unterricht zu integrieren und Schülerinnen und Schülern mit der Paketaktion die Möglichkeit zu geben, sich für einen guten Zweck einzusetzen.

Nun bin ich beim Kommunalen Integrationszentrum Kreis Wesel tätig und bin sehr motiviert, gemeinsam mit dem Friedensdorf interessante Angebote im Bereich der Demokratieförderung zu gestalten. Gemeinsam mit dem Kommunalen Integrationszentrum Kreis Wesel, der Patenschaft für Demokratie Dinslaken und Integralis e.V. hat das Friedensdorf Bildungswerk vor kurzem eine Friedenstauben-Aktion auf die Beine gestellt. Rund 750 Tauben aus Holz wurden von Kindertagesstätten, Grundschulen, Berufsschulen, Seniorenheimen sowie verschiedenen Gruppen und Einzelpersonen bemalt. Am 21. September 2022 gab es dann eine beeindruckende abschließende Veranstaltung vor dem Dinslakener Rathaus, wo viele Beteiligte mit über 700 bemalten Friedenstauben ein buntes Zeichen für den Frieden setzten. Das war ein sehr schöner Moment. Im Anschluss an das Projekt ist sogar eine kleine Ausstellung mit Interviews der Beteiligten entstanden, deren Aussagen zum Frieden mich sehr beeindruckt haben.

 

Welche Momente haben Sie besonders berührt?

Es gab viele berührende Momente. Beispielsweise gab es einen rührenden Moment auf einem Dorffest. Dort waren große plüschige Maskottchen unterwegs, über die sich insbesondere die kleinen Friedensdorf-Kinder sehr gefreut haben. Eins der Kinder hatte eine schwerverletzte Hand und hat dem Maskottchen trotzdem ganz selbstbewusst die Hand gegeben. Für das Kind spielte seine eigene Verletzung in diesem Moment überhaupt keine Rolle.

Im Rahmen einer Paketaktion habe ich gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern vor einem Supermarkt Lebensmittel gesammelt. Am Ende der Aktion haben sich die Schülerinnen und Schüler bei den Mitarbeitenden des Supermarktes, die uns sehr engagiert bei dieser Aktion unterstützt haben, von sich aus bedankt. Das hat mich sehr berührt und ich war sehr stolz auf meine Schülerinnen und Schüler.

 

Was wünschen Sie dem Friedensdorf für die Zukunft?

Ich würde mir wünschen, dass der Zweck des Friedensdorfes sich erübrigt, aber das ist in den heutigen Zeiten leider Wunschdenken. Daher wünsche ich dem Friedensdorf, dass es weiterhin viel Unterstützung erfährt, die Menschen sich auch weiterhin ehrenamtlich engagieren und spenden. Außerdem wünsche ich mir, dass die Menschen den Frieden in Deutschland mehr schätzen und diesen auch schützen.

Im September 2022 setzten über 700 bemalte Friedenstauben vor dem Dinslakener Rathaus ein Zeichen für den Frieden

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