Präambel

Stärke und Vielfalt der Zivilgesellschaft sind gute Indikatoren für den Entfaltungsgrad moderner Bürgergesellschaften. Die Währung dieses Sektors heißt Vertrauen: Vertrauen von öffentlichen und privaten Geldgebern, Mitarbeitern, Ehrenamtlichen oder Begünstigten in die Handlungsfähigkeit und Rechtschaffenheit von Organisationen, die für das Gemeinwohl tätig werden. Diese Vertrauensstellung gilt es zu bewahren und weiter auszubauen. Dafür ist Transparenz ein wichtiger Schlüssel. Und so haben sich in den vergangenen Jahren viele Organisationen freiwillig verpflichtet, mehr Informationen öffentlich zu machen als es der Gesetzgeber von ihnen verlangt. Ein gemeinsam anerkannter Transparenzstandard ist dabei allerdings nicht entstanden. Wie viel Transparenz von den ca. 550.000 Vereinen, 17.000 Stiftungen und zahllosen weiteren Organisationen, die für das Gemeinwohl in Deutschland tätig sind, generell erwartet wird, bleibt weiterhin unklar.

Das soll sich ändern. Ziel der Initiative Transparente Zivilgesellschaft ist es, ein möglichst breites Aktionsbündnis innerhalb der Zivilgesellschaft herzustellen, das sich auf die wesentlichen Parameter für effektive Transparenz einigt. Die Unterzeichner der Initiative verpflichten sich, zehn präzise benannte, relevante Informationen über ihre Organisation leicht auffindbar in einem bestimmten Format der breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Damit sollen bestehende Standards nicht ersetzt, wohl aber eine Messlatte für die Eingangsvoraussetzungen effektiver Transparenz im gemeinnützigen Sektor festgelegt werden. 

Während Kapitalgesellschaften in Deutschland seit Januar 2007 auf einer Internetplattform ihre Bilanz, Namen der Geschäftsführung, Anzahl des hauptamtlichen Personals und anderes mehr offen legen müssen, sind Organisationen der Zivilgesellschaft (ausgenommen gemeinnützige Kapitalgesellschaften wie gGmbHs oder gAGs) nicht verpflichtet, die Öffentlichkeit über die Herkunft und Verwendung ihrer Mittel zu informieren. Bei gemeinnützigen Organisationen besteht zwar gegenüber den Finanzämtern eine Auskunftspflicht, ein spezifisches und einheitliches Format existiert dafür jedoch nicht. Überdies unterliegen alle beim Finanzamt eingereichten Informationen (beispielsweise zur Erlangung des Gemeinnützigkeitsstatus) dem Steuergeheimnis und werden nur veröffentlicht, sofern die Organisationen dies freiwillig tun.

Die Unterzeichner der Initiative Transparente Zivilgesellschaft verpflichten sich, nach einem bestimmten Format offen zu legen, welche Ziele ihre Organisation verfolgt, woher die Mittel stammen, wie sie verwendet werden und wer darüber entscheidet.

Sie stellen diese Informationen klar strukturiert und leicht auffindbar ins Netz. Für einige Organisationen ist dies bereits heute gängige Praxis. Für andere ist es ein großer Schritt. Vor allem lokale und regionale Organisationen werden durch die Initiative ermutigt, sich dem Thema Transparenz stärker zu widmen. Der Standard gilt solange, bis weitere Entwicklungen seine Überarbeitung notwendig machen.

Die Unterzeichner dieser Initiative rufen alle Organisationen der Zivilgesellschaft auf, die folgende Selbstverpflichtung verbindlich zu erklären, einzuhalten und zu verbessern. Gleichzeitig werden die Bürger aufgerufen, von dem Informationsangebot Gebrauch zu machen und den Dialog mit den Organisationen der Zivilgesellschaft zu verstärken.

Wo Engagement für die Gemeinschaft stattfindet, sollte Transparenz gegenüber der Gemeinschaft selbstverständlich sein.

Die Richtlinie von Friedensdorf International zur Prävention und Bekämpfung der Korruption 
haben wir für Sie hier als PDF bereitgestellt.

Informationen entsprechend der Selbstverpflichtung

1. NAME, ANSCHRIFT, SITZ UND GRÜNDUNGSJAHR 

Friedensdorf International
Lanterstr. 21
46539 Dinslaken

Eintragung im Vereinsregister Duisburg (Nr. 40770) als Aktion Friedensdorf e.V. mit Sitz in Oberhausen; gegründet 1967.

2. SATZUNG UND ZIELE

Ziele

FRIEDENSDORF INTERNATIONAL wurde am 6. Juli 1967 als Bürgerinitiative gegründet, um Kindern aus Kriegs- und Krisengebieten zu helfen. Den unschuldigsten Opfern der Kriege und Krisen sollte schnelle und unbürokratische Hilfe gewährt werden. Seit der Gründung hat sich die Arbeit der Einrichtung erweitert, aber immer noch stehen die Kinder im Mittelpunkt. Aus der anfänglich ausschließlichen Einzelfallhilfe ist ein Programm für den Frieden geworden.

Die drei Säulen der Arbeit:

  • Medizinische Einzelfallhilfe für kranke und verletzte Kinder, denen in ihrer Heimat nicht geholfen werden kann, die aber durch eine Behandlung in Europa eine Chance auf Heilung haben. 
  • Hilfsprojekte in Kriegs- und Krisengebieten verbessern die medizinische Versorgung vor Ort. 
  • Friedenspädagogische Arbeit fördert humanitäres Bewusstsein und soziales Engagement. Seit 1987 ist das FRIEDENSDORF Bildungswerk staatlich anerkannt.

Die Arbeit von FRIEDENSDORF INTERNATIONAL ist als mildtätig anerkannt und finanziert sich fast ausschließlich aus Spenden und Mitgliedsbeiträgen. Das DZI-Spendensiegel bestätigt einen verantwortungsvollen und effektiven Umgang mit den Spenden.

Einzelfallhilfe

Für Kinder aus Kriegs- und Krisengebieten ist die Behandlung in Europa oft genug die letzte Überlebenschance. Die Einzelfallhilfe von FRIEDENSDORF INTERNATIONAL setzt ein, wenn die Kinder in ihren Heimatländern nicht mehr medizinisch versorgt werden können. Hierzu werden strenge Kriterien angelegt, damit die Kinder nicht unnötig von den Familien getrennt werden. 

  • Eine medizinische Behandlung in der Heimat ist nicht möglich.
  • Eine erfolgreiche Behandlung der Kinder in Europa muss gesichert sein.
  • Die Familien, die Partnerorganisationen und die Heimatländer müssen sicherstellen, dass die Kinder nach erfolgter Behandlung zurückkehren können.
  • Zusätzlich muss eine soziale Indikation gegeben sein und die tatsächliche Hilfsbedürftigkeit der Familien nachgewiesen werden.
  • In der Regel werden die Kinder mit internationalen Fluglinien nach Deutschland gebracht, um dann in Zusammenarbeit mit zahlreichen europäischen Kliniken, die die stationären Behandlungen kostenlos übernehmen, versorgt zu werden. 

Danach werden sie in unserer eigenen Heimeinrichtung, dem FRIEDENSDORF in Oberhausen, aufgenommen und erhalten weitere Rehabilitationsmaßnahmen. Wenn diese abgeschlossen sind, werden die Kinder auf die Rückreise in die Heimat und zu ihren Familien vorbereitet. 

Im Rahmen der Einzelfallhilfe betreut FRIEDENSDORF INTERNATIONAL ständig bis zu 300 Kinder aus 10 verschiedenen Nationen. In den letzten Jahren konnten jährlich zahlreiche Kinder auf diesem Wege versorgt werden. Die Liste der Länder, aus denen die Kinder kommen, ist lang. Oft waren die Namen dieser Länder vor Jahren in den Schlagzeilen, wenn es um Krieg, Zerstörung und Elend ging, und oft genug werden die Namen der Länder von den schnelllebigen Schreckensnachrichten aus anderen Gebieten verdrängt. Doch das Leid und die Schmerzen der Kinder dort sind nicht verschwunden, auch dann nicht, wenn wir nichts mehr über sie hören.

Projekte

Weltweite Projekte helfen, die medizinische und humanitäre Versorgung in Kriegs- und Krisengebieten zu verbessern. FRIEDENSDORF INTERNATIONAL baut Friedensdörfer, Basisgesundheitsstationen, Krankenstationen, Orthopädiewerkstätten etc., fördert sie finanziell und logistisch und übergibt sie dann in die Obhut und Verantwortlichkeit der Partnerorganisationen vor Ort. Container- und LKW-Transporte bringen ständig Hilfsgüter, Medikamente und Lebensmittel zu unseren regierungsunabhängigen Partnerorganisationen. Gemeinsam mit ihnen bemühen wir uns ständig, neue Projekte zu realisieren und deren Finanzierung abzusichern. Das sind Hilfen zur Selbsthilfe im Heimatland, die langfristig dafür sorgen sollen, dass die Kinder in der Heimat und in der Nähe der Eltern versorgt werden können.

Friedenspädagogische Arbeit

Wir haben in den vergangenen Jahren viele Erfahrungen mit den schrecklichen Folgen von Kriegen und Krisen, Armut und Ausbeutung in aller Welt gesammelt. 

Das FRIEDENSDORF Bildungswerk will dazu beitragen, die Lebenshaltung und Grundeinstellung der Menschen zum Frieden zu fördern und ein friedliches Bewusstsein zu wecken. Wir wollen auch zeigen, dass jede/r seinen Beitrag leisten kann, um humanitäres Bewusstsein und friedliches Zusammenleben aller Menschen zu fördern. Deshalb wurde 1986 das FRIEDENSDORF Bildungswerk gegründet. 

Das FRIEDENSDORF Bildungswerk arbeitet mit unterschiedlichen Organisationen aus der Umgebung zusammen, um Projekte wie z.B. "Fairer Handel", "Dialog zwischen unterschiedlichen Religionen und Kulturen" zu fördern.

Die Begegnungsstätte steht Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen für Begegnungsfreizeiten zur Verfügung. Gruppen können einen oder mehrere Tage im FRIEDENSDORF verbringen und die Kinder aus verschiedenen Ländern kennenlernen, gemeinsam spielen, basteln, lernen, reden und Spaß haben. Es gibt ausführliche Informationen zur Arbeit von FRIEDENSDORF INTERNATIONAL. Beim gemeinsamen Spielen oder Sport auf dem Basketballplatz werden schnell Grenzen überwunden, es gibt die Möglichkeit, einen "Blick über den Tellerrand" zu wagen und die eigene Lebenssituation in Vergleich zu der Situation der FRIEDENSDORF-Kinder zu setzen.

Satzung

Hier finden Sie unsere Satzung.

3. ANGABEN ZUR STEUERBEGÜNSTIGUNG

Mit Ausstellungsdatum vom 07.01.2016 wurde Friedensdorf International vom zuständigen Finanzamt in Dinslaken der Freistellungsbescheid zur Körperschaftssteuer und Gewerbesteuer erteilt. Sofern dieser nicht vorzeitig erneuert wird, behält der Bescheid seine Gültigkeit bis zum Ablauf von fünf Jahren nach Ausstellungsdatum.

4. VORSTAND UND LEITUNG

Die Vorstandsmitglieder von Friedensdorf International üben ihre Tätigkeit ehrenamtlich aus.

Dem Vorstand gehören an:

  1. Dr. Susanne Grünewald (Vorsitzende)
  2. Stefan Hennig (stellvertretender Vorsitzender)
  3. Klaus Wieprecht (Schatzmeister)
  4. Annegret Hübbers-Brechtmann (Schriftführerin)
  5. Dr. Ralf Peppmüller (Beisitzer)

Vom Vorstand wird die hauptamtliche Leitung des Friedensdorfes bestellt.
Leiter der Einrichtung ist Thomas Jacobs, seine Stellvertreter sind Kevin Dahlbruch (als besonderer Vertreter nach § 30 BGB) und Wolfgang Mertens.

5. BERICHT ÜBER DIE TÄTIGKEITEN

In unserem Externer LinkJahresbericht ab Seite 3 finden Sie den aktuellen Rechenschaftsbericht sowie eine tabellarische Übersicht unserer Tätigkeiten im Bereich Einzelfallhilfe, Projektarbeit und Bildungswerk.

6. PERSONALSTRUKTUR

Informationen zur Personalstruktur von Friedensdorf International finden Sie auf Seite 57 in unserem Jahresbericht.

7. MITTELHERKUNFT

In unserem Jahresbericht ab Seite 53 finden Sie eine Übersicht zur Herkunft unserer Einnahmen.

8. MITTELVERWENDUNG

In unserem Jahresbericht ab Seite 54 finden Sie eine Übersicht zur Verwendung unserer Einnahmen.

9. GESELLSCHAFTLICHE VERBUNDENHEIT

Die Organisationsstruktur von Friedensdorf International finden Sie hier als Schaubild.

10. ZUWENDUNGEN, DIE MEHR ALS 10 PROZENT DER GESAMTJAHRESEINNAHMEN AUSMACHEN

Im Geschäftsjahr 2014 waren keine Zuwendungen zu verzeichnen, die mehr als 10 Prozent der Gesamteinnahmen ausmachen.

 

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