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Mehrere Kriege – eine Realität für Kinder

Friedensdorf International leistet Soforthilfe für Kinder in Afghanistan, Syrien, Kurdistan / Nordirak und im Libanon

Mehrere Konflikte erschüttern derzeit gleichzeitig Regionen, in denen wir seit Jahren Kindern vorwiegend medizinische Hilfe ermöglichen.

Seit Beginn dieses Jahres leisten wir in mehreren Krisenregionen Soforthilfe für tausende Kinder und ihre Familien – unter anderem in Afghanistan, Syrien, in Kurdistan/Irak sowie im Libanon. Lebensmittelhilfe und medizinische Versorgung stehen dabei im Mittelpunkt der Hilfe.

Für viele Kinder in den betroffenen Regionen entscheidet schnelle Hilfe darüber, ob sie ausreichend Nahrung, medizinische Versorgung und Schutz erhalten. Kinder schlafen auf Matratzen in überfüllten Turnhallen. Andere Familien versuchen mit wenigen Decken, unter freiem Himmel durch die Nacht zu kommen. Viele Kinder wissen nicht, ob es am nächsten Tag etwas zu essen geben wird.

Während sich die internationale Aufmerksamkeit häufig auf einzelne Konflikte richtet, erleben Kinder in mehreren Ländern gleichzeitig eine dramatische Verschärfung ihrer Lebenssituation. Seit Beginn dieses Jahres haben wir deshalb gemeinsam mit seinen Partnerorganisationen vor Ort in mehreren Krisengebieten Soforthilfe geleistet.

Afghanistan: Krieg, Vertreibung und steigende Lebensmittelpreise

In Afghanistan verschärft sich die schwierige humanitäre Lage weiter. Die militärische Eskalation zwischen Pakistan und Afghanistan hat vor allem in den Grenzregionen zu neuen Fluchtbewegungen geführt. Viele Familien mussten ihre Häuser oder provisorischen Unterkünfte in Lagern überstürzt verlassen und sind innerhalb des Landes auf der Flucht. Besonders betroffen sind auch Menschen, die in den vergangenen Monaten aus Pakistan nach Afghanistan zurückgekehrt sind. Viele von ihnen hatten ohnehin Schwierigkeiten, sich im Land eine neue Existenz aufzubauen. Durch die Kämpfe im Grenzgebiet mussten zahlreiche Familien erneut fliehen.

Gleichzeitig verschärfen auch regionale Konflikte die Versorgungslage. Die Handelsrouten nach Afghanistan über Pakistan und Iran gehören zu den wichtigsten Versorgungswegen des Landes. Durch die militärische Eskalation zwischen Pakistan und Afghanistan sowie den Krieg im Iran sind diese Transportwege derzeit stark eingeschränkt. Die Preise für Treibstoff und andere lebensnotwendige Produkte sind stark gestiegen. Selbst Grundnahrungsmittel wie Reis sind für die meisten Familien nicht mehr bezahlbar.

Wir unterstützen deshalb gemeinsam mit unserer Partnerorganisation, dem Afghanischen Roten Halbmond, Familien mit Lebensmittelhilfe für Kinder sowie mit umfangreichen Medikamenten für medizinische Einrichtungen und die im November übergebene Mobile Klinik.

Bereits im Januar, noch vor der aktuellen Eskalation, unterstützten wir gemeinsam mit dem Afghanischen Roten Halbmond besonders gefährdete Familien. Im Marastoon in Herat, einer Heimeinrichtung des Roten Halbmonds für alleinstehende Mütter, wurden Medikamente für die dort lebenden Kinder finanziert. Nach einer erneuten Flutkatastrophe im selben Monat leisteten wir Lebensmittelhilfe für betroffene Familien. Die Hilfsgüter wurden vor Ort eingekauft und durch den Afghanischen Roten Halbmond verteilt.

Syrien und Nordirak / Kurdistan: Hilfe für geflüchtete Kinder

Auch im Norden Syriens leben weiterhin viele Familien, die durch Konflikte und politische Entwicklungen vertrieben wurden.

Nach erneuten Gewaltereignissen Anfang des Jahres mussten viele Familien aus der Region Aleppo fliehen. Ein Teil von ihnen fand zunächst Zuflucht in Afrin. Über unsere Partnerorganisation Barzani Charity Foundation, die ihren Sitz in Kurdistan/Irak hat, ermöglichten wir dort auf der syrischen Seite schnelle Nothilfe für geflüchtete Familien – insbesondere für Kinder. Mit den bereitgestellten Mitteln konnten dringend benötigte Hilfsgüter wie Lebensmittel, Kleidung und weitere Dinge des täglichen Bedarfs beschafft werden. Wenige Tage später eskalierte die Lage erneut in Teilen Nordsyriens. In der Stadt Qamishlo und der umliegenden Region versorgten die Barzani Charity Foundation und der Kurdische Rote Halbmond gemeinsam neu geflüchtete Familien in Notunterkünften und Aufnahmezentren mit Lebensmitteln, Babynahrung und medizinischer Hilfe. Wir unterstützten die Hilfsmaßnahmen unserer beiden Partnerorganisationen finanziell.

Libanon: Warme Mahlzeiten für Kinder und Familien

Angesichts der aktuellen Kriegssituation im Libanon sind erneut hunderttausende Menschen zur Flucht gezwungen. Nach aktuellen Schätzungen sind inzwischen rund eine Million Menschen innerhalb des Landes auf der Flucht. Ein besonders großer Teil der Vertriebenen sind Kinder.

Nach Angaben der Partnerorganisation Thimar, mit der wir im Libanon zusammenarbeiten, leben derzeit mehr als 200.000 Menschen unter provisorischen Bedingungen sogar auf der Straße, weil die vorhandenen Notunterkünfte nicht ausreichen. Darunter sind viele Familien mit Kindern. Deshalb haben wir in den vergangenen Tagen Partnerorganisation vor Ort die Finanzierung von Lebensmitteln für vertriebene Familien zugesagt. Die Verteilung von warmen Mahlzeiten erfolgt unter anderem über zwei Mobile Food-Trucks, welche im Dezember 2024, auch mit der Unterstützung des Landes Nordrhein-Westfalen, finanziert werden konnten. Derzeit sind die beiden Transporter von frühmorgens bis in den späten Abend im Einsatz, um möglichst viele Kinder mit warmen Mahlzeiten zu versorgen.

Hilfe gemeinsam mit lokalen Partnerorganisationen

Alle Hilfsmaßnahmen werden gemeinsam mit lokalen Partnerorganisationen umgesetzt, deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter selbst in den betroffenen Regionen leben. Durch die enge Zusammenarbeit vor Ort können wir sehr schnell auf neue Krisensituationen reagieren und Hilfe oft innerhalb weniger Tage auf den Weg bringen.

Wir finanzieren die Beschaffung von Lebensmitteln, Medikamenten und anderen Hilfsgütern, die grundsätzlich lokal eingekauft werden. Dadurch können bestehende Strukturen genutzt, lokale Märkte unterstützt und Arbeitsplätze in den betroffenen Regionen gesichert werden. Die Verteilung der Hilfsgüter erfolgt anschließend durch die jeweiligen Partnerorganisationen vor Ort.

Hilfe braucht Unterstützung

„Noch nie zuvor mussten wir innerhalb so kurzer Zeit in mehreren Krisenregionen gleichzeitig Soforthilfe für Kinder leisten“, unterstreicht Friedensdorf-Leiterin Birgit Stifter.

Die Hilfsmaßnahmen in mehreren Krisenregionen gleichzeitig stellen uns deshalb vor große finanzielle Herausforderungen. Bereits in den ersten Monaten dieses Jahres wurden erhebliche Mittel für Soforthilfe, Lebensmittelhilfe und medizinische Versorgung eingesetzt.

Gleichzeitig laufen die medizinischen Hilfsprogramme weiter: In Afghanistan, Syrien sowie im Kurdistan/Irak werden weiterhin Kinder operiert und medizinisch versorgt, die bei den letzten Hilfseinsätzen für eine Behandlung ausgewählt wurden.

Damit wir diese Hilfe fortsetzen können, sind wir dringend auf weitere Spenden für Kinder in Kriegs- und Krisengebieten angewiesen.

Hilfe für Kinder – seit fast 60 Jahren

Seit fast sechs Jahrzehnten setzen wir uns für Kinder aus Kriegs- und Krisengebieten ein. Auch heute zeigt sich immer wieder eine ähnliche Realität: Kinder gehören immer zu den ersten Opfern von Krieg. Wenn Konflikte eskalieren, verlieren Kinder als erste ihr Zuhause, ihre Sicherheit und ihre Zukunftsperspektiven.

Gemeinsam mit unseren Partnerorganisationen werden wir deshalb auch weiterhin Kinder und ihre Familien in den betroffenen Regionen unterstützen.

Fotos: André Hirtz, Jan Jessen, Friedensdorf International

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