Es sind diese besonderen Geschichten, die das Friedensdorf ausmachen. Geschichten von Menschen, die nicht einfach kommen und gehen – sondern bleiben. Im Herzen, im Alltag, im Miteinander. Eine dieser Geschichten gehört ganz eindeutig: Manni Luzcak.
2003 kam Manni zum ersten Mal ins Friedensdorf. Eigentlich war er „nur“ auf der Suche nach einem Mini-Job. Nach etwas Sinnvollem neben seinem Hauptjob in der Schienentechnik in Duisburg. Ein Job, der forderte – körperlich wie mental. Aber wer Manni kennt, weiß: Da ist noch ordentlich „Schmackes“ übrig.
„Ich hatte aktiv nach einem Mini-Job gesucht und konnte mich kurz vor Ostern hier vorstellen. Die Chemie hat sofort gepasst und ich war direkt Feuer und Flamme“, erinnert sich Manni.
Und dieses Feuer – das brennt bis heute.
Ob auf Container-Touren, beim Einsammeln von Kleiderspenden oder überall dort, wo gerade helfende Hände gebraucht wurden: Manni war da. Immer. Verlässlich. Mit einem Lächeln. Und mit einer ganz besonderen Leidenschaft, die ihn bis heute nicht loslässt:
Schuhe sortieren.
„Keine Ahnung warum, aber das habe ich immer total gerne gemacht“, sagt er und grinst. So gerne sogar, dass ihm seine Chefinnen Sarah Beckmann und Jaqueline Hochmuth gemeinsam mit den Kolleginnen und Kollegen zum Renteneintritt einen ganz besonderen Abschied bescherten: einen goldenen Schuh.
Wenn das mal keine Auszeichnung ist.
Doch wer jetzt denkt, Manni würde sich seitdem entspannt zurücklehnen, der kennt ihn schlecht. Denn im Friedensdorf gilt längst ein Naturgesetz, das selbst Meteorologen nicht erklären können: das sogenannte Manni-Luzcak-Wetter.
„Woanders heißt das Fritz-Walter-Wetter – bei uns ist das Manni-Luzcak-Wetter“, lacht Sarah Beckmann. Denn wann immer Manni früher zur Container-Tour nach Ratingen aufgebrochen ist, öffnete der Himmel zuverlässig seine Schleusen.
Und wie sollte es anders sein: Auch bei seiner Rückkehr – ja, richtig gelesen – war das Wetter direkt wieder… sagen wir: typisch Manni.
Denn ganz weg war er nie.
Auch nach seinem offiziellen Ausstand blieb er dem Friedensdorf eng verbunden, half ehrenamtlich bei der Paket-Aktion, packte beim Weihnachtsmarkt mit an. Und irgendwann war klar: So ganz ohne Manni – das funktioniert hier einfach nicht.
„Ich habe ihn angesprochen und gefragt, ob er nicht nochmal bei uns arbeiten möchte“, erzählt Sarah Beckmann.
Die Antwort?
Ein klares Ja. Natürlich.
Heute fährt Manni keine Container-Touren mehr. Stattdessen ist er für die Interläden unterwegs, beliefert sie, holt Spenden ab – und sorgt weiterhin dafür, dass alles dort ankommt, wo es gebraucht wird.
Und wenn irgendwo ein Haufen Schuhe wartet, der sortiert werden möchte…
… dann ist Manni nicht weit.
Denn manche Dinge ändern sich eben nie.
Und das ist auch gut so.