Friedensdorf-Team kehrt mit guten Ergebnissen und vielen Ideen zurück
Rund eine Woche hat ein Friedensdorf-Team kürzlich in Afghanistan verbracht. Begleitet wurden Friedensdorf-Leiterin Birgit Stifter und Mitarbeiterin Claudia Peppmüller von FUNKE Medien-Journalist Jan Jessen. Es galt, bestehende Projekte in Augenschein zu nehmen und mit Mitarbeitenden der Partnerorganisation, dem Afghanischen Roten Halbmond, sowie den Menschen vor Ort ins Gespräch zu kommen über die dringlichsten Bedarfe.
Hühnerzuchtprojekt wird weiter ausgebaut
Von Minute Eins an war es ein Erfolg, das Hühnerzuchtprojekt des Friedensdorfes in der Provinz Baghlan. Darum wurde es im Frühjahr 2025 bereits aufgestockt und weitere Hennen an Familien und alleinerziehende Mütter mit ihren Kindern verteilt. Sie alle berichten von Nahrung und Hoffnung, von dem Gefühl nicht vergessen zu sein und einer Aufgabe, die vor allem den Kindern Freude macht und sie nach vorn blicken lässt. All das soll noch deutlich mehr Familien zugutekommen und so plant das Friedensdorf für 2026 den Bau einer Hühnerfarm nahe Kabul. Die Gespräche mit dem Roten Halbmond zur Realisierung des Projektes haben begonnen.
Ebenfalls in der Provinz Baghlan, im kleinen Dorf Agli, war Anfang des Jahres mit Friedensdorf-Mitteln ein Brunnen in Betrieb genommen worden, der Menschen aus vier Dörfern mit sauberem Trinkwasser versorgen sollte. Aus vier sind nun vierzehn Dörfer geworden. Der Bedarf ist riesig. Weitere Brunnen würden den Menschen in der Region, die im Sommer 2025 von Überschwemmungen zerstört wurde, auch beim Wiederaufbau helfen. Wasser zum Zement anrühren, um Felder und Gärten zu gießen und zum Trinken, Kochen, Waschen sowieso. Der Bau von Brunnen kann – wie alle anderen Projekte auch – nur mithilfe von Spendengeldern gelingen.
Mobile Klinik in Planung
Neben sauberem Wasser steht eine grundlegende medizinische Versorgung ganz oben auf der Liste derjenigen Dinge, die besonders in vielen kleinen, ländlichen Dörfern so dringend gebraucht werden. Eine „Mobile Klinik“ soll hier Abhilfe schaffen und vor allem Kinder erreichen, die sonst keinerlei Zugang zu Behandlungen hätten. Erstversorgung nach Verletzungen, damit aus verunreinigten Wunden später keine Knochenentzündungen werden, Impfungen, Untersuchungen und Behandlung von Infektionskrankheiten sind hier Stichworte. Auch nach Naturkatastrophen könnte schnell medizinische Hilfe in die Dörfer kommen. Die Ärzte für die mobilen Einheiten wird der Rote Halbmond stellen.
„Wir erleben immer wieder, wie wichtig es ist, die Menschen in ihrem tatsächlichen Lebensumfeld zu treffen, mit ihnen ins Gespräch zu kommen und offen zu sein für das, was sie als Bedarf formulieren“, berichtet Birgit Stifter von ihren Erfahrungen. Auf diese Weise kann sichergestellt werden, dass die Hilfe nicht an ihrer Lebensrealität vorbeigeht, sondern wirklich hilft.
Trotz der mobilen Einheiten müssen Kinder für größere Operationen natürlich ein Krankenhaus besuchen. Da kaum eine Familie die finanziellen Mittel hierfür aufbringen kann, plant das Friedensdorf für verletzte und kranke Kinder Operationen in zwei zusätzlichen Kliniken in Kabul zu finanzieren. Von dieser Erweiterung profitieren dann vor allem Kinder mit urologischen Erkrankungen. Bereits seit 2023 finanziert die Oberhausener Kinderhilfsorganisation OPs für Kinder in Kabul. Jetzt wird dieser Bereich ergänzt, um noch mehr Kindern helfen zu können.
Sanierte Schule besichtigt
Ebenfalls Teil der Projektreise war die Besichtigung einer gemischten Schule am Rande des Dorfes Agli, deren Klassen- und Sanitärräume renoviert und saniert worden waren. „Die 25 Jahre alte Schule ist kaum wiederzuerkennen. Im November standen wir in verschimmelten Räumen, jedes Fenster war kaputt, einfach krankmachende Zustände für die Schülerinnen und Schüler, “ erklärt Claudia Peppmüller. Das Friedensdorf-Team konnte sich persönlich vom laufenden Schulbetrieb überzeugen. Durch die Sanierung besuchen nun 850 Mädchen und Jungen, gut 100 mehr als zuvor, die Schule.
Alle Hilfsleistungen des Friedensdorfes in Afghanistan werden aus Spenden finanziert. Unter dem Stichwort „Afghanistan“ ist finanzielle Unterstützung aus der Bevölkerung herzlich willkommen:
Stadtsparkasse Oberhausen
IBAN: DE59 3655 0000 0000 1024 00




