Ohne sie wäre unsere Arbeit nicht möglich: die Menschen, die ihre Zeit, ihre Kraft und ihr Herz schenken. Zum Tag des Ehrenamtes möchten wir all jenen danken, die das Friedensdorf seit Jahrzehnten tragen – still, beharrlich und mit einer Hingabe, die unermesslich ist.
Eine von ihnen ist Marlis Knappe aus Mayen in der Eifel, die seit vielen Jahrzehnten an der Seite des Friedensdorfes steht. Ihr Engagement begann vor 37 Jahren, als die ersten Friedensdorf-Kinder aus Afghanistan in das Mayener Krankenhaus kamen. Heiligabend 1989 – ein Tag, an dem die Heeresflieger in Mendig die verletzten Kinder am Frankfurter Flughafen abholten. Für einige Menschen in Mayen war dieses Erlebnis der Auslöser, aktiv zu werden.
Aus einem kleinen Bastelkreis der evangelischen Gemeinde, der schon einige Jahre seine Basarerlöse an das Friedensdorf spendete, wurde eine Betreuungsarbeit. Und daraus entstand schließlich der Freundschaftskreis Friedensdorf Mayen – mit Marlis Knappe als Herzstück.
Gemeinsam mit ihrem inzwischen verstorbenen Ehemann Werner, selbst Geflüchteter aus Schlesien, hat Marlies ein Netzwerk aufgebaut, das 46 Kinder über viele Jahre begleitet hat. Sie kennt ihre Geschichten, ihre Hoffnungen, ihre leisen Wünsche. „Die Kinder waren immer so bescheiden“, erinnert sie sich. „Manchmal wollten sie nur ein Eis essen oder auf den Spielplatz.“ An ihrer Seite war stets ihre enge Freundin Brunhilde Weiß – bis heute eine treue Wegbegleiterin.
Doch die Zeit bleibt nicht stehen. Viele der damaligen Ehrenamtlichen sind älter geworden. Marlis selbst wird im Februar 88 Jahre alt. Sie zieht sich ein wenig zurück – aber aufgeben würde sie das Friedensdorf niemals. „Es ist keine Last“, sagt sie. „Es ist eine Freude.“
Sie wünscht sich vor allem eines: dass junge Menschen den Mut finden, in ihre Fußstapfen zu treten. „Man braucht bestimmt zehn junge Leute, die jetzt unterstützen“, sagt sie. Denn das Ehrenamt sei zwar manchmal emotional anstrengend, „aber man gewöhnt sich daran – und die Arbeit gibt einem so viel zurück“.
Marlis weiß, wovon sie spricht. Ihre drei Kinder haben allesamt soziale Berufe erlernt. Sie selbst wurde Industriekauffrau, weil sie in ihrer Jugend wenig Wahl hatte – ihre eigentliche Berufung aber hat sie im Ehrenamt gefunden. Im Friedensdorf. Im Miteinander. Im Menschsein.
Was ihr besonders wichtig ist? Die echte Begegnung. „Nicht nur über WhatsApp“, sagt sie mit einem Lächeln. „Sondern dass man sich wirklich sieht.“
Am Tag des Ehrenamtes möchten wir deshalb nicht nur Danke sagen – sondern auch ermutigen:
Engagement verändert nicht nur das Leben der Kinder. Es verändert auch das eigene.
Menschen wie Marlis Knappe zeigen uns, was Ehrenamt wirklich bedeutet: Wärme, Zeit, Verantwortung, Herz.
Und wir sind unendlich dankbar für jede einzelne Minute davon.













