Das kleine Mädchen hat ihre Operation gut überstanden. Ihre Familie lebt im Flüchtlingscamp Domiz 2.
Ende Juli kehrten Friedensdorf-Leiterin Birgit Stifter und Claudia Peppmüller mit bewegenden Eindrücken und guten Nachrichten aus Kurdistan/Irak zurück. Die Reise verdeutlichte einmal mehr, wie wichtig die Arbeit des Friedensdorfes für kranke und verletzte Kinder in Krisenregionen ist – und wie sehr gezielte Hilfen das Leben dieser Kinder verändern können.
Herzliches Wiedersehen am Flughafen
Einer der emotionalsten Momente ereignete sich am Flughafen in Erbil: Der 12-jährige Zamnako konnte nach längerer medizinischer Behandlung in Deutschland endlich in die Arme seiner Familie zurückkehren. „Solche Szenen zeigen, warum wir diese Arbeit tun“, so Claudia Peppmüller. „Kinder gehören zu ihren Familien – und gesunde Kinder umso mehr.“
Mobile Klinik stärkt medizinische Hilfe in Dohuk
Ein weiterer Höhepunkt der Reise war der Start einer mobilen Klinik in der Region Dohuk. Die dortigen Flüchtlingscamps beherbergen vor allem syrische und jesidische Familien. Im März dieses Jahres hatten Birgit Stifter und Claudia Peppmüller bereits zwei dieser Camps besucht. Bei ihrer Rückkehr Ende Juli stellten sie fest, dass sich die Situation in den medizinischen Einheiten der Camps in nur wenigen Monaten dramatisch verschlechtert hatte. Einige dieser Einheiten sind heute kaum noch handlungsfähig. Selbst Kinder, die zum Beispiel „nur“ mit einer Grippe kommen, hätten große Schwierigkeiten, an die nötigen Medikamente zu gelangen – eine Entwicklung, die zutiefst besorgniserregend ist.
Gerade deshalb ist der Einsatz der neuen mobilen Klinik so wichtig. Möglich gemacht wurde das Projekt in Zusammenarbeit mit der Partnerorganisation der Kinderhilfsorganisation der Barzani Charity Foundation und der Unterstützung von Gouverneur Dr. Ali Tatar. Die Barzani Charity Foundation stellte das Fahrzeug – eine Art großer, voll ausgestatteter Krankenwagen – bereit. Das Friedensdorf finanziert den Einsatz eines Arztes, einer Krankenschwester sowie dringend benötigter Medikamente. Der Gouverneur aus Dohuk, Dr. Ali Tatar stellte zusätzlich einen Fahrer zur Verfügung, um die regelmäßigen Einsätze sicherzustellen. So kann Kindern in den Camps schnell, direkt und unbürokratisch geholfen werden – genau dort, wo die Not am größten ist.
Finanzielle Unterstützung für Operationen
Zudem begann das Friedensdorf, medizinische Eingriffe für kranke Kinder in Kurdistan finanziell zu unterstützen. Bereits während des Besuchs wurden zwei Kinder erfolgreich urologisch operiert und zwei weitere in einer Augenklinik behandelt. Leider konnte einem Kind nicht mehr geholfen werden, da sein Auge irreparabel geschädigt ist. Weitere Operationen für zuvor ausgewählte Kinder sind in den kommenden Wochen geplant. Die Barzani Charity Foundation begleitet die kleinen Patient:innen aus den Flüchtlingslagern und sorgt für eine kontinuierliche Betreuung.
„Unsere Partnerschaften vor Ort sind entscheidend, um gezielt helfen zu können“, betont Birgit Stifter. „Jeder Schritt – sei es die Rückkehr eines Kindes, eine erfolgreiche Operation oder die medizinische Versorgung in entlegenen Camps – ist ein Zeichen dafür, dass Menschlichkeit auch in schwierigen Zeiten möglich ist.“


