Es sind diese Momente, die im Friedensdorf alles bedeuten. Wenn Kinder nach oft monatelanger, manchmal jahrelanger Behandlung zurück in ihre Heimat fliegen, zurück zu ihren Familien, zurück in ein Leben, das ohne medizinische Hilfe so nicht möglich gewesen wäre.
Jetzt war es wieder soweit: 15 Kinder konnten die Heimreise nach Angola antreten. Zwei von ihnen sind Geodimara und Elias Dias – zwei Schicksale die zeigen, was medizinisches Können und menschliche Zuwendung bewirken können.
Geodimara und Elias Dias – zwei Erfolgsgeschichten

Geodimara ist sechs Jahre alt. Als sie im Mai 2025 ins Friedensdorf kam, trug sie eine schwere Diagnose: eine Enzephalozele. Dabei schließen sich die Schädelknochen bei der Geburt nicht vollständig, sodass sich Hirngewebe sichtbar nach außen wölbt – eine lebensbedrohliche Situation. Neben erheblichen gesundheitlichen Risiken wie Infektionen oder neurologischen Schäden drohen den betroffenen Kindern häufig auch Ausgrenzung und ein Leben am Rand der Gesellschaft.
In Angola gibt es keine Möglichkeit, diese komplexe Erkrankung zu behandeln. Umso dankbarer sind wir, dass Geodimara in den Knappschaft Kliniken in Gelsenkirchen von Dr. Schreiber operiert werden konnte – ein hochkomplexer Eingriff, der ihr Leben nachhaltig verändert hat. In Bad Kreuznach folgte zudem eine Korrektur des Augenlidrandes.
„Beide Kinder haben die Chance erhalten, ein Leben in Gesundheit zu führen. Geodimara wird keine Außenseiterin sein, da sie die Enzephalozele nicht mehr länger entstellt“, erklärt Jens Große-Weischede aus der Krankenhaus-Abteilung des Friedensdorfes.
Doch nicht nur medizinisch hat Geodimara große Schritte gemacht. Auch in ihrer Entwicklung ist sie gewachsen. Lisa Jung aus dem Heimbereich erinnert sich: „Sie war anfangs sehr schüchtern, das hat sich stark gewandelt. Sie ist ein sehr hilfsbereites Mädchen. Dank der OP ist sie in ihrer Gesellschaft keine Außenseiterin mehr und kann nun mit der Schule beginnen.“
Auch Elias Dias trägt eine Geschichte in sich, die von Geduld, Stärke und einem langen Weg geprägt ist. Der heute Neunjährige kam bereits im Mai 2024 ins Friedensdorf – zwei Jahre fernab seiner Heimat. Eine komplexe Knochenentzündung im Unterschenkel und Knie machte zahlreiche Eingriffe notwendig. Insgesamt sechs Krankenhausaufenthalte, die Entfernung von befallenem Knochen, der Einsatz von Knochenersatzmaterial und eine langwierige Antibiotikatherapie bestimmten seinen Alltag.
Über ein Jahr lang trug Elias einen Fixateur, der sein Bein stabilisiert und korrigiert hat. Behandelt wurde er in Nienburg – mit einem sehr guten Ergebnis.
„Elias kann spielen, toben, mobil sein und eines Tages Arbeit finden und somit dazu beitragen, seine Familie zu ernähren“, beschreibt Friedensdorf-Mitarbeiter Jens Große-Weischede die Perspektive, die sich für den Jungen eröffnet hat.
Auch im Friedensdorf selbst wird Elias Spuren hinterlassen. „Er war anfangs eher zurückhaltend, hat sich aber ganz toll entwickelt und war eine wichtige Bezugsperson für Kinder, die neu ins Friedensdorf gekommen sind“, sagt Lisa Jung. „Das hängt natürlich auch mit der erfolgreichen medizinischen Behandlung zusammen, die das Selbstvertrauen der Kinder stärkt.“
Jetzt beginnt für Geodimara, Elias und die anderen Kinder ein neuer Lebensabschnitt. Einer, der geprägt ist von neu gewonnener Stärke – und von der Freude, endlich wieder in die Arme ihrer Familien zurückkehren zu können.
Für uns im Friedensdorf bleiben diese Abschiede etwas ganz Besonderes. Weil sie zeigen, was möglich ist, wenn Menschen zusammenstehen. Und weil sie uns immer wieder daran erinnern, warum wir tun, was wir tun.
