Manchmal sind es die kleinen Dinge, die Großes bewirken. Eine geölte Kette. Ein geflickter Reifen. Eine festgezogene Schraube. Und mittendrin: die Kinder aus dem Friedensdorf.
Seit einigen Wochen darf sich das Friedensdorf über die Unterstützung von Christoph Groenick freuen – und über ein Engagement, das weit über das bloße Reparieren von Fahrrädern hinausgeht.
Gemeinsam mit einer Gruppe wissbegieriger Jungen bringt er die gespendeten Fahrräder wieder auf Vordermann. Ob Kette ölen, Reifen flicken oder kleinere Reparaturen erledigen – Christoph Groenick steht mit Werkzeug, Geduld und einem offenen Ohr zur Seite. Und während die Drahtesel wieder fahrtüchtig werden, geschieht noch etwas viel Wichtigeres: Die Kinder lernen.
„Für uns ist das eine ganz tolle Sache, dass Christoph uns hilft, die Fahrräder in Schuss zu halten und zu bringen“, unterstreicht Carmen Antkowiak vom Friedensdorf-Lernhaus. „Nicht nur, dass wir so natürlich Nachhaltigkeit praktizieren und kaputte Räder wieder ans Laufen bringen und weiter nutzbar machen können – die Kinder lernen Wertschätzung, lernen kleinere Reparaturen selbst zu erledigen, was ihnen im Leben mit Sicherheit weiterhelfen kann. Und sie haben gemeinschaftliche Erfolgserlebnisse.“
Gerade im Lernhaus spielen Fahrräder eine wichtige Rolle – sei es für den beliebten Fahrrad-Führerschein oder einfach für Bewegung, Freiheit und Selbstvertrauen. Dass diese Räder nun nicht ersetzt, sondern repariert werden können, ist gelebte Nachhaltigkeit. Und noch mehr: Es ist gelebte Gemeinschaft.
Die Leidenschaft fürs Schrauben begleitet Christoph Groenick schon seit seiner Jugend. Sein Vater räumte damals extra die Garage leer, stellte das Auto auf die Straße – damit sein Sohn und dessen Freunde Platz hatten, an ihren Fahrrädern zu tüfteln.
Heute, viele Jahre später, sind seine eigenen Kinder erwachsen. Und Christoph Groenick hat sich bewusst entschieden, etwas zurückzugeben. „Ich gucke natürlich heute anders auf mein Leben zurück, als ich es noch als junger Mann gemacht habe. Ich habe eine tolle Frau, tolle Kinder, ein tolles Leben. Mir ist es wichtig, dass ich etwas zurückgeben kann“, sagt er.
Auch im Repair Café Lohberg engagiert sich Groenick gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen für nachhaltige Reparaturkultur – für Dinge, die sonst vielleicht weggeworfen würden. Und genau hier her kam auch der Impuls für seine ehrenamtliche Tätigkeit.
Im Friedensdorf aber geht es um mehr als nur um Dinge. Um Weitergabe von Wissen. Um das Gefühl: Ich kann etwas. Ich schaffe das.
Wenn ein repariertes Fahrrad wieder über den Hof rollt, dann ist das nicht nur ein technischer Erfolg. Es ist ein kleiner Triumph. Für die Kinder. Für die Gemeinschaft. Und für die Idee, dass jeder Mensch mit seinem Talent einen Unterschied machen kann.
Wir sagen von Herzen Danke, Christoph Groenick – für Zeit, Geduld, Herzblut und dafür, dass aus Schrauben Zukunft wird.



